Bauvorhaben Panoramastraße: Bau- und Sparverein speckt ab

Die Gemeinde Salach erteilt dem umstrittenen Bauvorhaben an der Panoramastraße das kommunale Einvernehmen.

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Der Bau- und Sparverein Salach will nun 25 statt 30 Wohnungen auf dem Grundstück an der Panoramastraße errichten. Der Gemeinderat hat das Einvernehmen erteilt.  Foto: 

Nur noch 25 statt 30 Wohnungen, Pult- statt Satteldächern, ein um zwei Meter nach Norden versetzter südlicher Gebäudeteil und eine veränderte Lage der Aufzüge. Dem modifizierten Baugesuch des örtlichen Bau- und Sparvereins für vier Wohnhäuser auf einem rund 3000 Quadratmeter großen Areal in der Panoramastraße Salachs, einer der besten Wohngegenden der Gemeinde, erteilte jetzt im zweiten Anlauf der Gemeinderat das kommunale Einverständnis.

Noch im März wäre dies dem Bauherrn untersagt worden, hätte der sein Gesuch nicht kurz vor der Sitzung des Gemeinderates zurückgezogen und ruhen lassen. Die Gemeindeverwaltung hatte dem Gemeinderat empfohlen, das Gesuch abzulehnen, weil es städtebaulich nicht vertretbar gewesen sei. Mit der nun vorgelegten Überarbeitung des Gesuchs gebe es keine bauplanungsrechtlichen Bedenken mehr, erklärte Salachs Bürgermeister Julian Stipp in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Stipp sprach von einem Kompromiss, das modifizierte Baugesuch sei gegenüber der ursprünglichen Planung eine Verbesserung.

Das Vorhaben hat Wellen in Salachs Bürgerschaft geschlagen, entsprechend war das öffentliche Interesse in der Sitzung, die Sitzreihen im Zuhörerbereich nahezu komplett belegt. Einer nach wie vor bestehenden Nichteinhaltung der Traufhöhe bei drei von vier  Häusern, Zisternen und eine 0,8 Meter hohe Stützwand auf nicht überbaubaren Grundstücksflächen sowie die Überschreitung der Grundflächenzahl um 4,6 Prozent – was einer Fläche von rund 100 Quadratmeter gleichkommt – hat das Gremium die Befreiung erteilt. Weil die Überschreitungen  unbedeutend und nicht beeinträchtigend seien, wie Bürgermeister Julian Stipp deutlich machte. Brandschutztechnisch gebe es ebenfalls keine Bedenken. Salachs Feuerwehr hatte dies mit seinem größten Löschfahrzeug praktisch überprüft. Die Bürgerinitiative und deren Sprecher Martin Hofmann stellen  dies auch weiterhin in Frage. Hofmann hielt dem Gemeinderat letztlich gar vor, würde einer von ihnen im Areal Panoramastraße wohnen, hatte es nie eine Zustimmung zum Baugesuch gegeben.

Vor ihrer geschlossenen Zustimmung zum Baugesuch gaben die drei Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat ihre Statements ab. Am deutlichsten Wolfgang Arnold. Der verwahrte sich gegen persönliche Unterstellung, die an die Gemeinderäte ergangen waren, erinnerte im selben Atemzug aber auch den Bau- und Sparverein an seine genossenschaftlich geprägte Satzung. Der war vor mehr als 100 Jahren mit dem Ziel gegründet worden, Arbeitern, Kleinhandwerkern und Angestellten den Erwerb eines eigenen Heimes zu erleichtern. „Wie passt da der Bau von gehobenen Mietwohnungen mit mehr als 100 Quadratmeter und einem Mietpreis von neun Euro pro Quadratmetern ins Bild?“, so Arnold.

Die Bürgerinitiative „Bauwahn Salach“ spricht nach wie vor von Kungeleien in der Vorzeit, von nicht gesetzeskonform vergebenen fünf Metern Fläche. Ob es denn stimme, dass der Bau- und Sparverein Wohnungen nicht nur vermieten, sondern auch verkaufen wolle, wollte ein Zuhörer erfahren. Bürgermeister Stipp: „Davon ist uns nichts bekannt.“ Klare Antwort hätte der Bauherr geben können. Nahezu unbemerkt saß einer ihrer Vorstände im Zuhörerraum, fühlte sich aber nicht angesprochen und gab auch eine Stellungnahme dazu ab.

Reduziert: Statt 30 will der Bau- und Sparverein nur noch 25 Wohnungen bauen. Geplant sind auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal an der Panoramastraße vier Mehrfamilienhäuser.

Gespräch: Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderäte haben laut einer Pressemitteilung mit Vertretern der Bürgerinitiative, die sich gegen die Bebauung wehrt, die überarbeiteten Pläne diskutiert.

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