Bad Hotel: Steg über die Fils steht auf der Kippe

Der geplante Steg vom Bad Überkinger Bad Hotel über die Fils zum Thermalbad droht ins Wasser zu fallen: Die Denkmalschutzbehörde des Landkreises hat "erhebliche Bedenken" gegen das Bauvorhaben.

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Christian Becker kann es nicht fassen: "Alle im Ort wollen den Steg, und jetzt sagt die Behörde in Göppingen, wir wollen das aber nicht." Auch weil die Idee an ihn herangetragen wurde, hat der geschäftsführende Gesellschafter des Bad Überkinger Brunnenbetriebs "IQ 4 YOU" das Bauvorhaben angestoßen, das Bad Hotel mit dem Thermalbad zu verbinden - und zwar durch zwei Brücken mit 14 und 27 Metern Länge. Die leichte Stahl-Glas-Konstruktion soll vom ersten Stock des Hotels zunächst zum Kesselhaus (in das ein Fitnessstudio eingebaut wird) führen, und von dort über die Fils ans Bad. Somit könnten in Zukunft die Hotelgäste direkt vom Hotelzimmer in die Therme gelangen. Der Gemeinderat hat sich bereits für das Projekt ausgesprochen und sogar die hierfür nötigen Befreiungen erteilt.

Doch nun droht das Vorhaben zu platzen: Auch wenn das Gebäude selbst nicht unter Denkmalschutz steht, handelt es sich nach Meinung der Denkmalschutzbehörde des Landkreises bei dem im 16. Jahrhundert erbauten Haus mit seiner reichen Schmuckfachwerkfassade um ein "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung". Der Anbau eines Stegs im Obergeschoss der Nordfassade würde zu einer "erheblichen Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes" führen, teilte die Behörde dem Bauherrn jüngst mit. Statt der Brücken schlagen die Denkmalschützer einen "erdgeschossigen Gang an der bereits modern überplanten Nordwestfassade" des Gebäudes zum Thermalbad vor.

Damit kann sich Becker nicht anfreunden. "Wie soll das funktionieren?", fragt er sich. Schließlich sind im Erdgeschoss des Hotels die Restaurants und die Küche untergebracht. "Dort können doch keine Gäste im Bademantel vorbeilaufen", sagt der Geschäftsführer. Außerdem müssten die Stellplätze vor dem Gebäude einem erdgeschossigen Gang weichen.

"Sehr schade" findet Bad Überkingens Bürgermeister Matthias Heim die Ablehnung der Denkmalschutzbehörde. Seiner Meinung nach würde ein Verbindungssteg den Bereich zwischen Hotel und Bad deutlich aufwerten. Natürlich dürfe man das historische Ortsbild nicht verschandeln, dennoch "schließen sich alte und moderne Architektur nicht aus", findet der Bürgermeister. Heim gibt sich trotz der Kunde aus Göppingen optimistisch. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen." So hat er mit der Behörde einen Vor-Ort-Termin vereinbart, um nach einer Lösung zu suchen, die allen Beteiligten gerecht werde.
 


Frischzellenkur fürs Hotel

Anfang des Jahres hat die Firma "IQ 4 YOU" das Bad Hotel in der Bad Überkinger Ortsmitte von der MineralbrunnenAG gekauft. Mit Beate Zumbühl und Jörg Tromsdorf aus Bad Ditzenbach wurden inzwischen neue Betreiber gefunden, die mit 50 Prozent in die eigens gegründete Betriebs GmbH für das Hotel eingestiegen sind. Derzeit bekommt das Gebäude eine Frischzellenkur: Nachdem die Fassade einen neuen Anstrich bekommen hat, wird nun das Erdgeschoss des Hotels renoviert.

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