Autodesigner mit künstlerischer Ader

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Das Ölgemälde erinnert an einen bedeutenden Autodesigner.  Foto: 

Ein dramatischer Himmel über den Drei-Kaiser-Bergen Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen, im Hintergrund die Silhouette der Schwäbischen Alb, im Bildvordergrund ein paar blühende Silberdisteln – sie hat der Süßener Friedrich Geiger in einem Ölgemälde festgehalten, dass das größte Objekt im Stadtarchiv Süßen darstellt. 1,52 aus 1,9 Meter misst das Ölgemälde.

„Der Hobby-Maler hat seinen künstlerischen Nachlass der Stadt überlassen“, erläutert Stadtarchivarin Carola Eberhard. Er umfasst „etwa 300 Bilder, die in der Zeit von etwa 1940 bis in die 80er Jahre hinein entstanden sind. „Die Diplom-Archivarin vermutet, dass er das große Bild von der Ansicht vom „Kalten Feld“ aus gemalt hat.

Friedrich Geiger hat sich nicht nur als Hobby-Künstler einen gewissen Namen gemacht. Der Süßener prägte ab den 50er Jahren den Stil der Mercedes-Benz-Personenwagen und damit eine ganze Epoche des Automobildesigns. Seine in die Serienproduktion umgesetzten Entwürfe begeisterten Publikum und Fachleute gleichermaßen. Die vom „Hauptabteilungsleiter der Stilistenabteilung“ der Daimler-Benz AG entwickelten Designs wurden legendäre Klassiker.

Geboren wurde Geiger im November 1907 im Geburtshaus eines weiteren bekannten Süßeners, Johann Georg Fischer. Er lernte zunächst das Handwerk des Wagners, legte die Meisterprüfung ab, bildete sich im Karosseriebau weiter und studierte Fahrzeugbau. Am Ende des Studiums begann seine beispiellose Karriere im Werk Sindelfingen der Daimler-Benz AG. Zu seinen Entwürfen zählt der Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster, der von 1934 an für Furore sorgte. Noch größere Bedeutung kam seiner Arbeit nach dem Krieg zu. Zu den herausragenden Entwürfen zählen die Sportwagenmodelle. Vor allem beim Mercedes-Benz 300 SL gelang es dem Meister des Autodesigns, eine der Ikonen des Automobildesigns zu schaffen. Geiger entwarf auch die berühmten Flügeltüren des Coupés, ist verantwortlich für die „Pagoden-Serie“ oder den repräsentativen Mercedes-Benz 600.

In seiner sicherlich knapp bemessenen Freizeit hat sich Geiger der Landschaft und Umgebung seiner engeren und weiteren Heimat malerisch gewidmet. Es sind vor allem die Landschaften rund um den Hohenstaufen, die es dem Chefdesigner von Mercedes Benz angetan hatten. Auf dem Dachboden des Stadtarchivs im Degenfeldschen Haus finden sich aber auch zahlreiche farbenprächtige Blumenbilder. Im Sommer 1996 starb Geiger in Bad Überkingen.

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