Ausgezeichneter Unterricht in den Bergen

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Schüler empfangen Astrid Vöhringer im Oktober im nepalesischen Yalbang mit Blumen. Der Besucherin aus Deutschland verdanken sie den Bau der Bildungseinrichtung.  Foto: 

Das über 15 Jahre währende Bemühen des Vereins „Nepal Schulprojekt“ aus Ebersbach für bessere Bildung hat ein Gütesiegel von höchster Stelle bekommen. „Von über 39 000 staatlich bewerteten Schulen sind wir für die Qualität des Unterrichts ausgezeichnet worden“, berichtet Astrid Vöhringer. Die Gründerin der Bildungsinitiative nahm die Auszeichnung bei ihrem jüngsten Besuch in der Einrichtung im Oktober entgegen. Die Schule mit Unterkunft für rund 400 Kinder und Jugendliche liegt etwa 4000 Meter über dem Meeresspiegel in der Region Humla im Nordwesten Nepals.

In einem eingerahmten Schreiben drücken der Rektor der Schule und der Bildungsbeauftragte für den Bezirk der Deutschen ihren Dank aus. „Ihre ehrenvolle Unterstützung für die Bildungsentwicklung in Upper Humla hat zu einer unglaublichen Verbesserung und einem unfassbaren Erfolg geführt im Leben von benachteiligten, ausgegrenzten und armen Kindern aus dem abgelegensten Teil von Nepal“, loben die Unterzeichner. Die Verleihung der Auszeichnung am 2. September stelle einen stolzen Moment für Schüler, Lehrer, Eltern, Spendengeber und Freunde der „Schree Mahabauddha Secondary School“ dar.

Welche beeindruckenden Ausmaße das Bildungsprojekt seit seinen Anfängen vor 17 Jahren angenommen hat, lassen Fotos erahnen. Das von dem Verein gegründete Bildungszentrum in der entlegenen Bergregion besteht aus einer Schule und Unterkünften für die zwischen fünf und 16 Jahre alten Jungen und Mädchen sowie für Erwachsene. Im vergangenen Jahr wurde nach Angaben von Astrid Vöhringer ein Haus für Lehrer fertiggestellt und eine Krankenstation gebaut. Ein Kloster betreibe ein weiteres, kleineres Wohnheim für Schüler.

Die Anlage ist zu einem Anlaufspunkt für Kinder und Jugendliche aus rund 20 Dörfern in der Umgebung geworden. „Sie können nicht jeden Tag zur Schule gehen, weil das zu weit ist“, erklärt Vöhringer. In dem von dem Verein errichteten Wohnheim lebten etwa 150 Jungen und Lehrer. Diese Zahlen verdeutlichen den Zuwachs, den die Einrichtung in den vergangen zehn Jahren erfahren hat: Nach der Fertigstellung der Schule 2007 besuchten sie 47 Schüler.

Das Schulzentrum ist nicht das einzige Vorhaben des Vereins aus Ebersbach in der Region. Rund drei Stunden Fußmarsch entfernt wird auf sein Betreiben hin seit diesem Frühjahr in der Gemeinde Karmi ein Geburtshaus errichtet. Diese Einrichtung soll schwangeren Frauen nach der Fertigstellung als ein sicherer Ort dienen, an dem sie in einer hygienischen Umgebung ihre Kinder zur Welt  bringen können. „Bisher müssen sich Frauen zur Geburt ihrer Kinder in die Ecke eines Stalls zurückziehen. Sie gelten in dieser Zeit wegen ihres Blutverlustes als unrein und dürfen nicht in Kontakt zu ‚normalen’ Menschen kommen“, erklärt Stephan Vomhoff vom Nepal-Schulprojekt in einem Bericht über Astrid Vöhringers Besuch vor Ort im Oktober.

Der Brauch führe zu einer erschreckend hohen Kinder- und Müttersterblichkeit, die von jungen, gebildeteren Menschen nicht mehr hingenommen werde. Nach der Fertigstellung der Einrichtung sollen eine Hebamme und eine Krankenschwester den Schwangeren bei der Geburt beistehen. „Weil ich meine Kontakte habe und Leute beim Bau mithelfen, sind die Kosten geringer geworden“, sagt Astrid Vöhringer. Rund 50 000 Euro koste das Geburtshaus. Das Geld hat der Verein größtenteils durch Spenden zusammenbekommen.

Die ersten Kinder sollen im kommenden Jahr in dem Geburtshaus im nepalesischen Kermi auf die Welt kommen. Ob es ein ähnlicher Erfolg wird wie das Schulzentrum in Yalbang, steht zwar noch in den Sternen. Doch wahrscheinlich wird es einige junge Frauen geben, die für das neue Angebot dankbar sind.

Geburtsstunde Gründerin Astrid Vöhringer rief den Verein „Nepal Schulprojekt“ im Jahr 2000 ins Leben. Dessen Ziel ist in erster Linie Kindern in Nepal den Besuch einer Schule zu ermöglichen und ihnen damit die Chance auf eine bessere Zukunft als sonst üblich zu bieten. Nach Angaben des Vereins aus Ebersbach ist Nepal ein Land, in dem 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung nicht lesen und schreiben können.

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