Aus Gemeindehaus soll Seniorenzentrum werden

|
Das katholische Gemeindehaus und der ehemalige Kindergarten in Wangen sollen einem Seniorenpflegeheim weichen. Foto: Giacinto Carlucci  Foto: 

Seitdem das Kinderhaus an der Wangener Schule eingeweiht worden ist, steht das Gebäude des ehemaligen katholischen Kindergartens in Wangen leer. Und auch das im selben Gebäudekomplex befindliche katholische Gemeindehaus wird vor allem vom Musikverein Wangen genutzt. Zudem ist der Komplex, der 1967 von Katholiken in Wangen in Eigenarbeit errichtet worden ist, stark sanierungsbedürftig. „In den vergangenen ­Jahren haben wir nach verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude gesucht“, berichtet der Rechberghäuser Pfarrer Bernhard Schmid, der auch für die Wangener Gläubigen und ihre Kirche St. Johannes Evangelist zuständig ist. Beispielsweise gab es Gespräche mit der Lebenshilfe, die aber kein Ergebnis brachten.

Doch nun scheint eine Lösung für das katholische Gemeindehaus und den ehemaligen Kindergarten in Wangen in Reichweite. Denn die katholische Vinzenz von Paul ­gGmbH aus Schwäbisch Gmünd  könnte sich vorstellen, den Gebäude­komplex von der  Kirchen­gemeinde zu kaufen, das Gebäude abzureißen und dort ein Seniorenzentrum mit 30 stationären Betten, 16 Tagespflegeplätzen und einem kleinen ambulanten Pflegestützpunkt zu errichten, berichtet Roy Hummel, Regionalleiter der ­Vinzenz von Paul gGmbH im Raum Göppingen. „Vier bis fünf Millionen Euro würden wir dort investieren“, meint Hummel, der von Wangen als „spannende Ortschaft“ spricht und auch in den Dialog mit den Anwohnern treten will. „Wir möchten die Bürger mit ins Boot holen“, sagt Hummel. Der Bedarf sei auf jeden Fall da. Denn als Einzugsgebiet kämen neben Wangen auch Rechberghausen, Faurndau und Uhingen in Betracht, erläutert Hummel. Zumal dieses Seniorenzentrum auch keine Konkurrenz zu der schon vorhandenen Seniorenwohnanlage in der Wangener Ortsmitte dar­stellen würde.

Doch noch sind diese Pläne ­reine Zukunftsmusik. Denn während sich der Rechberghäuser Kirchen­gemeinderat  schon für den Verkauf an die Vinzenz von Paul gGmbH ausgesprochen hat, muss der Gemeinderat Wangen den Altenheim-­Plänen noch in der kommenden Sitzung grundsätzlich zustimmen. „Der Gemeinderat wurde schon nichtöffentlich über diese Idee informiert und steht den Plänen durchaus positiv gegenüber“, sagt der Wangener Bürgermeister Daniel Frey. Denn dadurch würde ein fehlendes Puzzelteil eingefügt, ist der Schultes überzeugt. „So könnten auch die Bürger über 70 Jahren in Wangen wohnen bleiben“, sagt Frey. Denn dies sei derzeit die zweitgrößte Personengruppe, die aus der Schurwaldkommune wegziehe. „Das Seniorenzentrum ist eine Riesen-Chance für Wangen“, ist der Rathauschef daher überzeugt. Denn so werde auch der ländliche Raum gestärkt.

In der kommenden Gemeinderatssitzung soll nun den Räten eine Machbarkeitsstudie vorgestellt werden, bevor sie sich für oder gegen einen Grundsatzbeschluss entscheiden. Sollte sich das Gremium für die Ansiedlung des Seniorenzentrums aus­sprechen, soll dieses „spätestens 2019 in Betrieb gehen“, sagt Hummel. Doch zuvor müsste die Vinzenz von Paul gGmbH noch ­weitere Flurstücke erwerben.

Gemeinderäume anmieten

Auch für Pfarrer Bernhard Schmid wäre der Neubau des ­Seniorenzentrums die beste Lösung. Denn von der Vinzenz von Paul gGmbH könnten Räume für das Wangener Kirchengemeinde­leben angemietet werden.

Und für den Musikverein ­Wangen scheint schon eine provisorische Lösung gefunden worden zu sein. „Das Lager und das Büro könnten vorübergehend in der Schule untergebracht werden“, erklärt Bürgermeister Frey. Zudem sollen als mögliche Proberäume nun verschiedene Säle ausprobiert werden. „Wenn die angedachten Maßnahmen in der Ortsmitte mit dem Neubau des Feuerwehr­magazins so umgesetzt werden, könnten wir dort auch eine endgültige Lösung für den Verein ­realisieren“, sagt der Wangener Bürgermeister. „Dann hätten wir viele Pro­bleme auf einmal gelöst.“

Unternehmen Die ­Vinzenz von Paul ­gGmbH, Soziale Dienste und Einrichtungen, aus Schwäbisch Gmünd ist ein Unternehmen der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal.

Region Im Januar 2015 hat die ­Vinzenz von Paul ­gGmbH die Stiftung St. Stephanus in Göppingen übernommen und damit auch das Seniorenzentrum St. Martinus an der Göppinger Marktstraße. Dieses Heim mit 86 Pflegeplätzen soll 2019 geschlossen werden. Dafür will die ­Vinzenz von Paul ­gGmbH im Göppinger Reusch ein neues Altenheim mit 45 Pflegeplätzen und einer Tagespflege errichten. Jedoch gab es Kritik vonseiten der Anwohner nach dem  Bekanntwerden der Seniorenzentrums-Pläne. msc

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Peinlicher Schimmel im Käsekuchen

Ein Bäckermeister muss sich vor Gericht wegen eines mysteriösen Myzels in einem Kuchenstück verantworten. weiter lesen