AUS DEM KINDERGARTEN

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Museumspädagogin Nicki Huis zeigte den Böhmenkircher Vorschülern auch das Gemälde von Wassily Kandinsky.

In der Staatsgalerie

"Jeder Mensch ist ein Künstler" sagt Joseph Beuys - und das sagen die Erzieherinnen des Kindergartens Sankt Hippolyt aus Böhmenkirch auch. Also haben sie sich mit ihren Kinden mit der großen und der kleinen Kunst beschäftigt. Für die Vorschüler bedeutete das aber nicht nur malen im Kindergarten. Sie besuchten kürzlich die Staatsgalerie in Stuttgart, um besonders drei Gemälde zu betrachten: "Die kleinen gelben Pferde" und "Die kleinen blauen Pferde" von Franz Marc sowie die "Improvisation 9" von Wassily Kandinsky. Mit beiden Malern, die gute Freunde waren, hatten sich die Buben und Mädchen zuvor befasst.

In der Staatsgalerie wurden die Böhmenkircher von der Museumspädagogin Nicki Huis erwartet, die sie auch gleich in den Raum führte, in dem die genannten Bilder hängen und von den Kindern natürlich sofort erkannt wurden. Zunächst gab es ein wenig Theorie in Farbenlehre. Die Kinder sollten die Grundfarben nennen und wurden gefragt, wie die Sekundärfarben entstehen. Das war ein Kinderspiel für die Vorschüler und so wurde dann der Farbkreis mit Chiffontüchern gelegt. Dass Schwarz und Weiß Nichtfarben sind, erfuhren die Kinder auch. Während der Betrachtung der beiden Bilder von Franz Marc sprach die Pädagogin auch an, dass Farben Gefühle ausdrücken können. Das wussten die Kinder schon und auch, dass Franz Marc nach dieser Erkenntnis seine Bilder malte. Nicki Huis wollte gerne wissen, welche Tiere wohl männlich und welche weiblich seien. Für die Kinder waren die gelben Pferde eindeutig weiblich und die blauen männlich.

Das Gemälde von Wassily Kandinsky hängt direkt neben den beiden anderen. So mussten die Vorschüler nur ein Stück weiterrutschen und waren doch in einer anderen Welt. Das Bild stellt eine Landschaft dar, in der auch Häuser, Tiere und Menschen zu erkennen sind. Die Kinder sollten sich dazu äußern, was sie auch lebhaft taten. Da die Museumspädagogin auch einen Riesen in diesem Bild erkannte, erzählte sie ein kurzes russisches Märchen, das von einem solchen handelte. Kandinsky war ja Russe.

Nun sollten die Kinder aber selbst aktiv werden und malen. Auf dem Weg in die Werkstatt machten sie noch einen Abstecher in das Atelier von Piet Mondrian. Auch mit diesem Künstler hatten sich die Kinder schon befasst. Das Atelier ist für die Sonderausstellung "Mythos Atelier" aufgebaut.

Im Workshop dann konnten die Vorschüler mit Pastellkreiden selbst kreativ werden. Sie sollten das vorher betrachtete Gemälde von Kandinsky nachempfinden und ein buntes Bild malen. Sie hatten nur eine Vorgabe, nämlich Flächen oder Figuren schwarz zu umrahmen. Nach einer Stunde waren sehr farbenfrohe und eigenwillige Werke entstanden, die die Kinder stolz mit nach Hause nahmen.

Der Besuch war für die Vorschüler aus Böhmenkirch ein eindrucksvolles Erlebnis. Eine Kinderführung gibt es übrigens jeden Freitag von 15 bis 16 Uhr in der Stuttgarter Staatsgalerie. Sie ist sehr empfehlenswert.

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