Aufteilung der Kosten im Konsens

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Schlat sucht für künftige Kirchensanierungen nach einer konsensfähigen Kostenaufteilung. Erst nachdem die Sanierungsarbeiten begonnen hatten, kam das wahre Schadensausmaß ans Tageslicht. Dann wurde ersichtlich, die geschätzten Kosten in Höhe von 36 000 Euro für die Sanierung des Turmes der Schlater Andreaskirche und seiner Turm­uhr können nicht eingehalten werden. Aufwendigere Flaschnerarbeiten an der Kupferverblendung, größerer Aufwand beim Verputzen und eine erhebliche Durchfeuchtung des Turms im Bereich der Uhr verursachten Kosten von knapp 50 000 Euro. Die haben die kirchliche und die bürgerliche Gemeinde gemeinsam, jedoch zu ungleichen Teilen zu tragen. So sieht es ein immer noch gültiges Gesetz des letzten württembergischen Königs Wilhelm II. aus dem Jahre 1892 vor.

Bis dahin hatte sich die Schlater Andreaskirche im Besitz der bürgerlichen Gemeinde befunden und wurde dem  königlichem Willen entsprechend der Kirchengemeinde zugesprochen. Kirchliches und bürgerliches Vermögen wurden getrennt und in einer sogenannten „Ausscheidungs- und Abfindungsurkunde“ geregelt. Das geschah individuell unterschiedlich von Ort zu Ort. Die bürgerliche Gemeinde Schlat hatte von nun an drei Viertel der Baukosten zu tragen.

„Kirchturmstreit“ beobachtet

Nachdem jetzt die Sanierungskosten für die Andreaskirche Mehrkosten von 36 Prozent bescherten, ist man in Schlat bemüht, eine Neuregelung der alten Ausscheidungsurkunde herbeizuführen. „Für künftige Fälle“, wie Bürgermeisterin Gudrun Flogaus in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erklärte. Beobachtet hatte man das Gerichtsverfahren, das die Gemeinde Gingen in ihrem ähnlich gelagerten „Kirchturmstreit“ angestrebt hatte. Die war gemäß ihrer Ausscheidungsurkunde zur Zahlung von fünf Sechstel der Baukosten verpflichtet gewesen. Für künftige Fälle hatte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim in einem Berufungsverfahren die Gemeinde lediglich noch zur Zahlung von einem Drittel beschieden.

Ähnliches will man in Schlat erreichen. Ohne Gerichtsverfahren, aber im Konsens mit der Kirchengemeinde. „In welchem Kostenverhältnis denn?“ wollte Gemeinderätin Claudia Gorski genau wissen. Sie strebe eine Aufteilung von 50 zu 50 an, sagte Bürgermeisterin Flogaus. Man will auch klären, in welcher Höhe bisherige Spenden und Eigenleistungen zwischen Kirche und bürgerlicher Gemeinde aufgeteilt und angerechnet wurden. Die Gemeinderäte Markus Großmann und Joachim Fritz hatten dies angeregt.  

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