Auf Geschenke- und Ideen-Fang beim Weibermarkt

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Garnelen, Fische, Vögel, die Natur täuschend echt auf Stoff gebannt, geben als brillante Farbdrucke  ein ungewöhnliches Bild ab. Doch beim zweiten Blick sticht einem noch ein ganz besonderes Detail ins Auge: Kopf oder Teile des Körpers sind zudem von Hand bestickt, Fäden in allen Farben verleihen diesen Bildern auf Keilrahmen einen 3 D-Effekt.

Die Stoffdrucke und Textilien für Individualisten hat Heike Ehrath aus Stuttgart zum 8. Weibermarkt nach Rechberghausen mitgebracht. Zum ersten Mal sei sie hier, habe vom Weibermarkt auf anderen Märkten erfahren. Dass hier nur Frauen ausstellen, die von den Dingen, die sie herstellen, leben müssen, findet sie gut. „Hier ist explizit niemand, die nur bastelt“, lobt sie das Konzept.

Eine Auszeit vom arbeitsintensiven Alltag gönnt sich Karin Woyta. Naja fast. Schlendert sie über den Markt, schaut sie bei den regionalen Produkten freilich genauer hin. „Im Hinterkopf ist immer: Passt das in unseren Hofladen oder zu unseren Veranstaltungen“, verrät die SAB-Geschäftsführerin vom Waldeckhof und lacht.

Außergewöhnlich raffiniert finden Gabriele und Franziska die zehn Reißverschlüsse, die den blauen Rock von Karin Mäule zieren. Die Damenschneidermeisterin aus Nürtingen-Reudern hatte die Idee dazu. Nach Maß gefertigt sind auch ihre Jeans im angesagten Metalllook. Doch für die zwei Schwestern aus Göppingen komme das Kleidungsstück nicht in Frage, Beinfreiheit hin oder her. „Wir sind hier immer auf Geschenke-Fang, und wenn das Geld noch reicht, auch nach etwas Schönem für uns selbst.“

Mittlerweile schickt die Sonne ihre wärmenden Strahlen, Anlass genug, es sich draußen bei Kaffee und Kuchen oder einem Teller Kürbissuppe gemütlich zu machen. Alles wie immer aus eigener Küche, damit tragen die Mitglieder des Vereins Kulturmühle Rechberghausen zum Konzept des Weibermarkts bei, berichtet dessen Vorsitzende Ursula Seng. Die Einnahmen davon sowie die Hälfte des Eintritts werden diesmal für Frauenprojekte vom Haus Linde gespendet.

Extra wegen Martina Haußmanns „Art-Collagen Weibsbilder“ ist Tanja Schulz aus Auenwald-Lippoldsweiler hier. „Zu Hause habe ich schon eine ganze Wand mit ihren Bildern gestaltet“, verrät sie und hat schon ein neues Objekt Haußmanns im Auge. Die Künstlerin aus Burgstetten kombiniert ausdrucksstarke Frauenmotive aus den 1920- bis 40er Jahren mit ihrer Acryl- oder Ölmalerei, daraus entstehen verschiedene Collage-Techniken, kombiniert mit diversen Zitaten oder Sprüchen. „Ich gestalte je nach Lust und Laune und muss nur darauf achten, dass die Frauenbilder nicht das Urheberrecht verletzten“, erzählt die Autodidaktin.

Nicht auf den ersten, aber auf den zweiten Blick hat sich Marie Hönl in die „Upcycling-Tasche“ aus polnischen Packriemen und Tarnstoffen aus dem Fundus des Schweizer Militärs verliebt. „Weibermarkt ist immer Jam“, betont die Tschechin aus Göppingen, die jedes Jahr in Rechberghausen sei. Ob aus alten Jeans, Gürteln, Gobelins oder Fahrradschläuchen, verarbeitet werde alles, was der Fundus so hergebe, verrät die Designerin Ina Kappler aus Fellbach und hat dementsprechende Unikate mitgebracht.

Doch das war längst nicht alles bei der achten Auflage des Weibermarkts: Die überwiegend weiblichen Besucherinnen – bisweilen wurden auch Männer gesichtet – hatten angesichts der großen Vielfalt an Angeboten wahrlich die Qual der Wahl. So konnte man etwa Notizbücher aus Gingko-Kunst bestaunen, gehäkelten Stahlschmuck und wandelbare Loops für Busen, Bauch und Schenkel. Oder man ließ sich zu Feng Shui, Energietherapien wie Chakren und Aura, Anti-Aging und Ernährung beraten.

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