Asylbewerber im früheren Filba-Gebäude

Der Landkreis überlegt sich, in einem Teil des früheren Filba-Baumarkts an der Hauptstraße in Kuchen Unterkünfte für Asylbewerber einzurichten.

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Im ersten und zweiten Stock des früheren Filba-Baumarkts in Kuchen will der Landkreis eine Unterkunft für 50 bis 60 Asylbewerber schaffen.  Foto: 

Die Lage scheint sich zu entspannen: 450 Asylbewerber sind dem Kreis Göppingen im Oktober des vergangenen Jahres zugewiesen worden, im vergangenen Juli waren es nur noch 104 (wir berichteten). Trotzdem hält das Landratsamt weiterhin Ausschau nach neuen Unterkünften – und scheint in der Hauptstraße 171 in Kuchen ein geeignetes Objekt gefunden zu haben. Dort war einmal der Filba-Baumarkt zu Hause, inzwischen findet man im Erdgeschoss die Wiesensteiger Glaswerkstätte. Nun hat der Landkreis bei der Gemeindeverwaltung ein Baugesuch eingereicht, damit er einen Teil des Komplexes als Wohnraum für Flüchtlinge herrichten kann.

Bürgermeister Bernd Rößner vermutet, dass der Landkreis damit Vorsorge für kommende Zeiten treffen will. In der Gemeinde herrsche derzeit kein Mangel an Wohnraum für Asylbewerber, im Gegenteil: Das Haus in der Hafengasse biete 30 Plätze, davon seien derzeit nur 23 belegt und mehr seien es auch noch nie gewesen. Nach den geltenden Richtlinien müsste Kuchen allerdings wesentlich mehr Asylbewerber aufnehmen. Das aktuelle Soll, das bis zum Jahresende gilt, liege bei 73 Plätzen. Außerdem müsse Kuchen 19 Plätze für die „Anschluss-Unterbringung“ von anerkannten Asylbewerbern bereit stellen, die nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften wohnen müssen; tatsächlich belegt seien zurzeit aber nur zwei in einer Gemeinde-Wohnung in der Seetalbachstraße. 

Wie viele Plätze im ehemaligen Filba-Gebäude zur Verfügung stehen sollen, darf Rößner offiziell noch nicht sagen. Die detaillierte Planung wolle das Landratsamt den Kuchener Bürgern erst bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 7. September, in der Bahnhofturnhalle vorstellen; am Montag, 19. September, behandelt der Gemeinderat das Baugesuch dann in seiner öffentlichen Sitzung. Wenn man den Bestand von der Soll-Zahl abziehe, entfielen auf das neue Wohnheim rein rechnerisch aber 50 bis 60 Plätze.

Die unmittelbaren Nachbarn des Filba-Gebäudes haben die Pläne schon gesehen, weil sie dazu Stellung nehmen dürfen, und bestätigen diese Zahl. Als Reaktion auf das Baugesuch haben sie nun die „Initiative Hauptstraße 171 Kuchen“ gegründet. Das Gebäude an der Ortsdurchfahrt auf der B 10 sei aus verschiedenen Gründen nicht der richtige Ort für eine große Asylbewerber-Unterkunft, erklärt Otto Leonhard Köpf als einer ihrer Sprecher. Wenn sie gebaut würde, dann würden sich ältere Leute nachts nicht mehr auf die Straße trauen.

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