Asylbewerber helfen bei der Grünpflege

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Rasen mähen, Hecken schneiden, Büsche stutzen, Unkraut jäten – in Dürnau gibt es rund um Schule, Kindergarten, Sportgelände und Friedhof viel zu tun. So viel, dass der Schulhausmeister und der Friedhofspfleger in den letzten Jahren häufig kaum über die Runden kamen.

In diesem Jahr war das anders. In den vergangenen Wochen waren in Dürnau immer wieder mehrere Menschen zu beobachten, die der Natur zu Leibe rückten. Bei den 13 fleißigen Grünpflegern handelte es sich nicht etwa um einen Gärtnertrupp, sondern um in Dürnau untergebrachte Asylbewerber. Und die hatten nach eigener Aussage jede Menge Spaß bei ihrer gemeinsamen Arbeit. Schulhausmeister Andreas Kurz, der gegenüber der Asylbewerberunterkunft wohnt, hatte oft mitbekommen, wie sehr sich seine Nachbarn langweilen. „So mancher Asylbewerber würde gerne in irgendeiner Form tätig werden, statt herumzusitzen und zu warten, bis ein Platz in einem Deutschkurs frei ist“, meint Kurz. Also machte er, da einer der afghanischen Männer von Beruf Landschaftsgärtner ist, den Vorschlag, ihn bei der Grünpflege zu unterstützen.

„Wir erkundigten uns dann beim Landratsamt, welche Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen“, berichtet der Dürnauer Hauptamtsleiter Jochen Bärtle. Die Hürden waren wider Erwarten nicht allzu hoch. „Als im Mai alle Genehmigungen vorlagen, unterstützten zunächst zwei der afghanischen Männer Kurz bei der Grünanlagenpflege. „Es dauerte nicht lange, da kamen alle vier und schließlich auch noch eine der Frauen“, berichtet Kurz. „Alle kamen sehr zuverlässig und der gelernte Landschaftsgärtner leitete sogar eine Gruppe an.“ Eine Win-Win-Geschichte für alle. Sportanlagen, Schulgarten und Tennisplatz wurden auf Vordermann gebracht wie selten zuvor und die Asylbewerber waren froh, der Langeweile zu entgehen und etwas Sinnvolles zu tun zu haben. Als im Sommer acht Gambier in der Asylunterkunft einzogen, fragte einer von ihnen bald schon nach, ob auch er mithelfen könne. Andreas Kurz fand auch für ihn Arbeit. „Doch dann kamen plötzlich alle acht“, lacht er. „Das waren dann eindeutig zu viele und ich hatte auch gar nicht genügend Gerätschaften, um alle zu versorgen. Vom Rathaus bekam ich dann den Tipp, dass Herr Drohmann, der für die Friedhofspflege zuständig ist, vielleicht auch Hilfe gebrauchen könne.“

So kam es, dass Friedhofsbe­sucher im Sommer drei dunkelhäutige Gambier bei der Arbeit antrafen. Die anderen drei freuten sich über den Auftrag, für die Kinder der Kernzeitbetreuung einen Sandkasten auszuheben und am Sportplatz Gräben zu ziehen. Andreas Kurz und die Gemeinde waren hochzufrieden mit der Arbeit der fleißigen Helfer. „Dank ihrer Hilfe konnte vieles geschafft und in Ordnung gebracht werden, wozu wir seit Jahren nicht gekommen sind.“

„Durch die Arbeit kamen die Asylbewerber mit vielen Dürnauern in Kontakt“, berichtet Andreas Kurz und freut sich, dass so auch viele Vorbehalte abgebaut werden konnten. Mittlerweile muss Kurz wieder alleine zurechtkommen. Seine Helfer drücken nun die Schulbank. Aber alle freuen sich schon mächtig auf morgen. Die Boßlergruppe hat die Truppe, die sich übrigens prima versteht, engagiert, um die Hänge zu mähen.

Freiwillig Asylbewerber dürfen einem „Ein- Euro-Job“ nachgehen, wenn die Arbeit freiwillig erfolgt und niemandem dadurch ein Arbeitsplatz streitig gemacht wird. So weiß es der Dürnauer Hauptamtsleiter Jochen Bärtle.

Begrenzt Dabei darf nicht mehr als 100 Stunden im Monat gearbeitet werden, der Stundenlohn beträgt genau 1,05 Euro.

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