Architekt mit Donzdorfer Wurzeln

Vor 150 Jahren wurde der Kirchenarchitekt Hans Schurr geboren. Er hat viele Gotteshäuser vor allem in Bayern gebaut. Seine Wurzeln reichen zurück auf den Vogelhof bei Donzdorf, von dort stammt Schurrs Vater.

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  • Der Donzdorfer Erich Müller sammelt Material über die Kirchen, die Hans Schurr gebaut hat - dessen Wurzeln liegen auf dem Vogelhof. Fotos: Staufenpress 1/2
    Der Donzdorfer Erich Müller sammelt Material über die Kirchen, die Hans Schurr gebaut hat - dessen Wurzeln liegen auf dem Vogelhof. Fotos: Staufenpress
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    Vor 150 Jahren wurde der Kirchenarchitekt Hans Schurr geboren.
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Was haben die Klosterkirche der Erzabtei Sankt Ottilien am Ammersee, die Josephskirche am Münchner Josephsplatz und die Klosterkirche Mariae Himmelfahrt in der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen miteinander zu tun? Alle wurden sie vom Architekten Professor Hans Schurr geschaffen, der Zeit seines Lebens vor allem Kirchen in Bayern baute. Geboren wurde er vor 150 Jahren, am 28. Mai 1864 in München - doch seine Wurzeln reichen nach Donzdorf. Sein Vater Johannes Schurr stammte vom Vogelhof, das Anwesen gibt es noch heute, es steht südlich von Donzdorf.

Erich Müller ist 87 Jahre alt und wohnt in Donzdorf. Ursprünglich stammt er vom Ammersee, kam aber bereits 1950 ins Lautertal. Irgendwann, so erzählt er, begann er, sich für die Erzabtei Sankt Ottilien zu interessieren - "so bin ich draufgekommen". Er fand nämlich heraus, dass der Architekt der Klosterkirche eben jener Hans Schurr ist, der vor 150 Jahren in München geboren wurde. Und Müllers verstorbene Frau wiederum hatte eine Großmutter, die vom Vogelhof stammt - eine Cousine des Baumeisters. So schließt sich der Kreis. "Andere sammeln Briefmarken und Bierdeckel, ich sammle eben Ahnen und Kirchen", sagt Müller. "Ich stoße auf immer mehr Kirchen, die Hans Schurr gebaut hat." Mindestens 35 waren es, hat Müller herausgefunden. Er schreibt die Kirchengemeinden an und bekommt Faltblätter, Bücher oder Festschriften zugeschickt. "Ich habe jetzt schon eine ganze Sammlung beieinander." Müller überlegt, ob er eine Broschüre über Hans Schurr zusammenstellt, will sich aber erst noch über die Rechtslage kundig machen, wegen des Urheberrechts.

Wie Johann Schurr, der Vater des Architekten, nach München kam, weiß Müller nicht. Er vermutet aber, dass ein Zusammenhang mit der Gräflich Rechbergschen Familie besteht, die viele Beziehungen nach München pflegte. So war etwa Aloys von Rechberg bis 1825 bayerischer Außenminister.

Der gebürtige Bayer Müller kennt viele der Nachkommen des idyllisch gelegenen Hofs. "Wir haben immer ein Vogelhofbauern-Bäsles-Treff", erzählt er. Und die Gruppe hat vor Jahren auch eine Gedenktafel unterhalb des Hofs aufgestellt, zur Erinnerung an einen Großonkel des Kirchenarchitekten Hans Schurr. "Der war in der Vogelklinge erfroren", berichtet Erich Müller. "Auf dem Heimweg von der Kirche ist er nicht mehr weitergekommen im Schnee und dort gestorben."

Der Baumeister mit den Donzdorfer Wurzeln starb unter weniger dramatischen Umständen 1934 in seiner Geburtsstadt München.

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