Geplantes Neubaugebiet bringt Anwohner auf

Nach der öffentlichen Auslegung der Pläne für das Gebiet hatten Anwohner etliche Einwände gegen das Vorhaben vorgebracht.

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Hier soll gebaut werden: Anwohner befürchten, dass sich durch das Baugebiet die Parksituation in den angrenzenden Straßen weiter verschlechtert, Kinder nicht sicher zu Fuß zur Schule gelangen und Lebensraum von Pflanzen und Tieren verloren geht.  Foto: 

Das geplante Neubaugebiet „Dorfwiesen“ beschäftigt die Anlieger im Schlierbacher Ahornweg und in der Seestraße. Wird sich die angespannte Parksituation in den beiden Straßen weiter verschärfen? Und ist eine Er­schließung des Baugebiets nur über den Ahornweg sinnvoll?

Nachdem der Gemeinderat im Sommer die Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das Neubaugebiet beschlossen hatte, war die Planung öffentlich ausgelegt worden, um den Trägern öffentlicher Belange und den Anliegern frühzeitig Gelegenheit für Einwände zu geben. Die Anwohner in der Gegend haben davon reichlich Gebrauch gemacht. Entstehen soll das Neubaugebiet auf dem Areal zwischen der Schule und der Seestraße. Aus den Einwendungen hatten die Verwaltung und der Planer Manfred Mezger vom Büro „mquadrat“ bis zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Punkte herausdestilliert, die den Betroffenen auf den Nägeln brennen: Die Erschließung des Baugebietes über den Ahornweg, die Sicherheit des Schulwegs, die künftige Parkplatzsituation sowie den Artenschutz.

Insgesamt 16 Bauplätze sind laut Planung vorgesehen. Die Erschließung soll über den Ahornweg erfolgen, auch wenn sich Planer Mezger darüber im Klaren ist, dass dies während der Bauzeit Probleme machen wird. „Wir wissen, dass der Ahornweg eigentlich nicht ausreichend ist.“ Eine alternative Erschließung über eine neu zu bauende Straße von der Seestraße her, wie in mehreren Einwendungen vorgeschlagen wird,  das sei allerdings nicht möglich. „Das scheitert schlicht und ergreifend daran, dass die Gemeinde die dazu erforderlichen Grundstücke nicht besitzt“, erläuterte der Schlierbacher Bürgermeister Paul Schmid.

Weitere Kritikpunkte aus den Reihen der Bürgerschaft sind bereits in die überarbeitete Planung eingeflossen. So soll die Straße innerhalb des Neubaugebiets 5,5 Meter breit werden und entlang des Schulwegs einen 1,5 Meter breiten Gehweg bekommen. Vom Neubaugebiet aus wird ein Fußweg auf das Schulgelände hergestellt. „Somit können wir einen sicheren Schulweg bereitstellen“, erläuterte Manfred Mezger. Um die Parkplatzsituation im Neubaugebiet von vornherein zu entschärfen und zu vermeiden, dass im Ahornweg und in der Seestraße noch mehr Autos parken, wird im Textteil der Vorschriften zur Bebauung verankert, dass die Garagen der Neubauten mindestens 5,5 Meter von der Grundstücksgrenze erbaut werden müssen. „So entsteht vor jeder Garage zwangsläufig ein Stellplatz“, erläuterte Planer Mezger. Auf Antrag aus den Reihen des Gemeinderats hin werden in der nächsten Überarbeitungsrunde auch noch einige öffentliche Parkplätze in dem Neubaugebiet geplant.

Dass das Neubaugebiet einen erheblichen Eingriff in die Ökologie darstellt, ist der Gemeindeverwaltung bewusst, müssen doch etliche Streuobstbäume für die Bauplätze weichen. Wie Planer Mezger erläuterte, müssen dafür Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden. Das muss schon im Vorgriff geschehen, erklärte Mezger. „Sie müssen dem Vogel quasi schon eine neue Wohnung anbieten, bevor sie die alte Wohnung abreißen.“ Wie Bürgermeister Paul Schmid erklärte, laufen die entsprechenden Untersuchungen zu den Ausgleichsmaßnahmen bereits. „Wir haben die wichtigen Voruntersuchungen zum Thema Artenschutz bereits gemacht und untersuchen gerade die Ausgleichsmaßnahmen.“

Der Gemeinderat beschloss  mit der Planung unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen fortzufahren. Im Februar soll dann der aktualisierte Entwurf für das Baugebiet „Dorfwiesen“ beschlossen und erneut im Rathaus von Schlierbach ausgelegt werden.

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