Anwohner sorgen sich um Lebensqualität

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Die Gemeinde Albershausen will zwischen Bünzwanger Straße und Sonnenhalde ein Gebiet mit 44 Bauplätzen erschließen.  Foto: 

Begeisterungsstürme wurden bei der Vorstellung des neuen Baugebiets „Höfelbett“ in Albershausen zwar nicht laut, allerdings zeigten die rund 80 Besucher der Einwohnerversammlung der Gemeinde reges Interesse, wie der Bereich zwischen der Bünzwanger Straße und der Bergstraße künftig aussehen könnte. Der stärkste Gegenwind kam indes von Anwohnern aus der Sonnenhalde: Sie fürchten mehr Lärm und mehr Verkehr und damit einen „Verlust von Lebensqualität“.

Geladen hatte Bürgermeister Jochen Bidlingmeier: Der Rathaus­chef zeigte auf, dass die Einwohnerzahl in Albershausen stetig schrumpfe und der Ort dringend neues Bauland brauche. So sei die Einwohnerzahl seit dem Jahr 2000 von 4450 auf 4200 gesunken „Wenn junge Familien bauen können, dann kommen in der Regel auch geburtenstarke Jahrgänge“, so Bidlingmeier.

Pro Monat könnte er problemlos zwischen ein und vier Bauplätze verkaufen, so groß sei die Nachfrage nach Bauland. Im Großraum Stuttgart sei man im übrigen eine der wenigen Gemeinden, die überhaupt noch Ressourcen hätten, um am Ortsrand anzubauen, die meisten könnten anhand der Flächennutzungspläne nur noch innerstädtische Baulücken ausfüllen.

Dies, so der Bürgermeister, sei in Albershausen inzwischen weitgehend geschehen, nur im Baugebiet „Gemeindeländer“ gebe es noch freie Bauplätze, welche sich allerdings in privater Hand befinden würden: „Wann dort gebaut wird, darauf haben wir als Gemeinde aber keinen Einfluss“, erklärte er.

Damit dies im geplanten Baugebiet Höfelbett nicht passiert, hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, den Grund zu erwerben und die Bauplätze selbst zu verkaufen: „Dann können wir die Verträge so gestalten, dass innerhalb eines gewissen Zeitraums auch gebaut werden muss“, sagte Jochen Bidlingmeier.

Stadtplaner Manfred Mezger vom Bad Boller Büro „mquadrat“ erläuterte, dass die jetzige Planung noch flexibel sei. „Das ist erst ein städtebaulicher Entwurf, bis zum tatsächlichen Bebauungsplan müssen die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange gehört werden. Auch die Einwendungen, die Sie uns heute Abend mitgeben, werden wir natürlich in die künftigen Planungen mit einbeziehen“.

Zum jetzigen Zeitpunkt würden Planer und Gemeinderat gerne auch Wohnraum für Mieter anbieten. Geplant sind vier größere Gebäude entlang der Bünzwanger Straße, in zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss könnten jeweils zwischen vier und sechs Einheiten gebaut werden. „Mit einer Flachdachlösung würde die Gesamthöhe von zehn Metern nicht überschritten, bei den Einfamilienhäusern mit Satteldächern ist eine Firsthöhe von 8,50 Meter geplant“, so Mezger. Wenn zeitlich alles im üblichen Rahmen laufe, könnte im Jahr 2020 mit der Bebauung begonnen werden. Aus dem Publikum kamen vor allem Bedenken, dass das neue Baugebiet die Frischluftzufuhr für die Anwohner beschränken würde, was Manfred Mezger verneinte. Auch würden noch ein geologisches und hydrologisches Gutachten eingeholt. Dass der Verkehr bei weiterer Bebauung mehr werde, sei nicht zu verhindern, aber der erlaubte Lärmpegel werde nicht überschritten.

Etwas verbittert klang eine Anwohnerin aus der Kastanienstraße, deren Blick auf die Alb künftig durch andere Gebäude verstellt werden wird: „Wir haben den Bauplatz im Jahr 2005 gekauft und der damalige Bürgermeister hatte uns versprochen, dass da die nächsten 50 Jahre nicht gebaut werden wird.“

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