Anspruchsvolle Saitensprünge

In ihrem Konzert bewiesen das Mandolinen-Orchester Rechberghausen und das Kataoka Mandolin Ensemble Tokyo: Musik kennt keine Grenzen.

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"Wir haben die Kommunikation untereinander stets aufrecht erhalten und spielen heute auch in Gedenken an den großen deutsch-japanischen Mandolinisten Takashi Ochi." Mit diesen Worten erinnerte Helmut Aichele, Vorsitzender des Mandolinenorchesters Rechberghausen, sichtlich bewegt an den 2010 gestorbenen Musiker und begrüßte das Publikum im Haug-Erkinger-Festsaal. Bereits seit Jahren sind die jungen Musiker des Kataoka Mandolin Ensembles Tokyo gern gesehene Gäste in der Schurwaldgemeinde, die mit ebenso schwierigen wie außergewöhnlichen Kompositionen für Mandoline und Gitarre auf sich aufmerksam machten. Doch zuvor präsentierten sich die krankheitsbedingt minimierten Gastgeber voller Spielfreude mit extra für Zupforchester neu bearbeiteten Stücken - darunter Rudolfs Krebs "Schwäbische Ouvertüre", die an die Volksweise "Mädel ruck ruck ruck an meine grüne Seite" erinnerte, ein mit hellen klaren Tönen unterlegtes Tanzstück, und der sehnsuchtsvolle "Second Waltz" von Schostakowitsch. Waren dies gängige Melodien mit wiederkehrenden Refrains, bewiesen zwei Japanerinnen, dass man Saiten auch auf moderne, progressive Art zum Klingen bringen kann. Herausragend im Spiel, gewöhnungsbedürftig für die Ohren war das zeitgenössische Werk "Bivalence X" für zwei Mandolinen. Spannend ging es mit dem hervorragenden Gitarristen Koki Fujimoto weiter. Ob Hans-Werner Henzes "Drei Tentos aus der Kammermusik 1958" oder Giulio Regondis "Introduction et Caprice", ungeachtet seines jungen Alters bearbeitete er grandios die Saiten. Galt vor gar nicht langer Zeit Mandolinenmusik in Deutschland als Inbegriff der Spießigkeit und Langeweile, bewiesen Ayako Kojima (Mandoline) und Tomoaki Saikachi (Gitarre) mit den Werken "Café 1930" von Astor Piazolla und Carlo Muniers "Capriccio Spagnuolo", dass es auch anders geht. Nach den technisch ausgefeilten, mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen zelebrierten Einzelstücken konnten sich Akteure wie Besucher eine Pause gönnen. "Fantastisches Programm", lobten Hedwig Seyfang und Gudrun Klusner und freuten sich schon mächtig auf den zweiten Teil, bei dem das Kataoka Mandolin Ensemble Tokyo zuerst alleine, danach gemeinsam mit den Gastgebern und als krönender Abschluss die Mandolinen-Virtuosen Klaus Wuckelt und Ayako Kojima nochmals alle Register zogen.

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