Angst vor dem, was kommt

Die von der Vinzentiuspflege in Donzdorf geplanten Wohngruppen sorgen für Aufregung. Gegner haben 650 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

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Seit die Pläne der Vinzentiuspflege bekannt wurden, in Donzdorf zwei Intensivwohngruppen für bis zu 16 Jugendliche zu bauen, herrscht Aufregung in der Stadt. Da es sich um eine geschlossene Einrichtung handeln würde, fürchten manche Donzdorfer um die Sicherheit der Umgebung. Die Gegner betonen, dass von der Wohngruppe ein hohes Risiko ausgehen könnte. "Vor dem, was da kommt, habe ich durchaus Angst", sagt die Donzdorfer Ärztin Monika Haas. Sie hat nach einem Vorabgespräch, das die Vinzentiuspflege mit Donzdorfer Ärzten führte, ihre Bedenken öffentlich gemacht. Zudem hat Haas eine Unterschriftensammlung gegen die geplante Einrichtung gestartet. Schon etwa 650 Personen hätte unterschrieben, sagt Haas.

Die Ärztin hält für bedenklich, dass Jugendliche betreut werden sollen, denen nach § 1631b die Freiheit entzogen ist. Dies seien Minderjährige, bei denen eine "erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung" anzunehmen ist. Ihr ist damit klar, dass diese Kinder nicht harmlos sein können, denn es sei nicht einfach für einen Richter, den Freiheitsentzug anzuordnen.

Von zwölf- bis 15-jährigen Mädchen, die sich Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen über eine längere Zeit verweigern, hatte Hans-Dieter Beller gesprochen, die betreut werden sollen. Bei den Mädchen müsse ein Minimalkonsens an Mitwirkungsbereitschaft vorliegen, sagte der Geschäftsführer der Franz-von-Assisi-Gesellschaft, zu der die Vinzentiuspflege gehört. Das pädagogische Konzept sehe weder Drogenabhängigkeit noch einen Bedarf an jugendpsychiatrischer Behandlung vor.

Haas bezweifelt diese Aussagen. Im Gespräch mit den Ärzten habe der Leiter der Vinzentius-Jugendhilfe, Klaus Hagmann, von einer Zusammenarbeit mit dem Christophsbad geredet. Hagmann habe angedeutet, dass in Donzdorf auch Jungen untergebracht werden könnten. Zudem gebe es keine Garantie, dass Bellers pädagogisches Konzept nicht geändert werde.

Ihre Mitstreiter sehen dies ähnlich. So glaubt Ulrike Grupp, dass von der Einrichtung ein Gefahrenpotenzial ausgeht. Schon jetzt würden manche Donzdorfer vermeiden, den Weg ins Dorf entlang der Vinzentiuspflege zu nehmen. Die benachbarte Steingartenschule dient den Gegnern als zentrales Argument gegen das Vorhaben. Dabei kooperiert die Schule seit Jahren mit der Einrichtung. "Wir haben ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis", sagt Rektorin Gertrud Lang. Wenn es zu Problemen komme, würden diese offen angesprochen. Gertrud Lang tritt dafür ein, die Pläne sachlich zu bewerten. Dies sei schwierig, wenn erst die Emotionen hochgehen.

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