Angebote an jüngere Pflegebedürftige sind rar

Der Bedarf an Beratungen über Pflege-Themen wächst. Der Pflegestützpunkt des Kreises ist gefragt. Deutlich wird, dass es Versorgungslücken gibt.

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"Die Beratungen nehmen in ihrer Intensität und Komplexität zu", beschreibt das Kreissozialamt die Entwicklung beim Pflegestützpunkt. Dies hänge mit der älter werdenden Gesellschaft zusammen. Um auf den Bedarf im Bereich Pflegeberatung zu reagieren, hat der Landkreis im Kreissozialamt einen zentralen Pflegestützpunkt eingerichtet, der im Februar 2011 die Arbeit aufgenommen hat. Dort erhalten Rat- und Hilfesuchende eine neutrale Auskunft und Beratung aus einer Hand rund um das Thema Pflege. Der Pflegestützpunkt koordiniert in schwierigen Lebenssituationen Hilfs- und Unterstützungsangebote. "Die Anlauf- und Servicestelle ist darauf ausgerichtet, die häusliche Versorgung im Alter möglichst lange zu sichern", beschreibt das Sozialamt die Stelle. Dort arbeiten zwei Fachkräfte.

Heike Kuhn vom Pflegestützpunkt hat jetzt den Sozialausschuss über ihre Arbeit und die Arbeit ihrer Kollegin Brigitte Krüger-Wiegmann - sie teilen sich eine 135-Prozent-Stelle - informiert. Demnach gab es im vorigen Jahr 241 Erst- und 685 Folgeberatungen. Das ist ein Anstieg um mehr als 100 Beratungen gegenüber 2012 und 2013. Deutlich zurückgegangen sind anonyme Anrufe beim Pflegestützpunkt.

Die "neutrale Beratung" in Fragen der Leistungen der Pflegeversicherung und der Einstufungspraxis, nennt Sozialamtsleiter Rudolf Dangelmayr als einen der Vorzüge des Stützpunkts. Wichtig sind den Fachkräften aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Vernetzung. Eine frühzeitige Beratung von Betroffenen und Angehörigen soll nämlich eine Entscheidungshilfe sein. Es gelte zu vermeiden, dass Angehörige überfordert werden.

75 Prozent der Beratungen gehen telefonisch über die Bühne, bei komplexeren Fragen kommen die Ratsuchenden zum Stützpunkt, in Einzelfällen machen Kuhn und Krüger-Wiegmann auch Hausbesuche. 60 Prozent aller Ratsuchenden sind Angehörige von Pflegebedürftigen, zehn Prozent machen die Betroffenen aus. Weitere Anfragen kommen von Nachbarn, Bekannten oder Ärzten und Pflegeeinrichtungen. Oftmals müssen die Expertinnen eine gezielte Fallsteuerung vornehmen. Sie organisieren die Hilfeleistung für einen gewissen Zeitraum. Manchmal gehe es um Sucht, Geldmangel oder Wohnungen.

Dem Beratungsteam sind Versorgungslücken im Kreis aufgefallen. So fehlt es an Angeboten für jüngere pflegebedürftige Menschen im ambulanten und im stationären Bereich. Würde es einen nächtlichen ambulanten Pflegedienst geben, könnten Angehörige entlastet werden. Die Betroffenen könnten dann länger in häuslicher Umgebung versorgt werden.

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