Dorfwettbewerb: Alter Glanz und neue Perspektiven

Dürnau will mit dem Charme des alten Ritterdorfs und guter Infrastruktur punkten. Ein Entwicklungskonzept gibt es auch. Die Jury machte sich ein Bild.

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Über die kulturellen Angebote im Dürnauer Schlosshof klärte die Vorsitzende von „Kuldür“, Annemone Hilsenbeck (links), die Kommission des Dorfwettbewerbs auf.  Foto: 

Im Schlosshof, der guten Stube von Dürnau, hat sich unter dem Kastanienbaum ein Grüppchen von Leuten zu Kaffee und Kuchen versammelt. Es handelt sich um die Jury des bundesweiten Wettbewerbs 2017 „Unser Dorf hat Zukunft“, die derzeit die am Wettbewerb teilnehmenden Dörfer unter die Lupe nimmt. So wie die Gemeinde Dürnau, die nun zunächst auf der Bezirksebene auf eine Medaille hofft.

Die Voralbgemeinde schmiedet nämlich gerade Pläne für ein Gemeindeentwicklungskonzept, um die Attraktivität von Dürnau weiter zu erhöhen. Wenn es darum geht Zuschüsse und Fördergelder zu generieren, wie sie das Programm „Entwicklung Ländlicher Raum“ zu bieten hat, ist es nie verkehrt, bereits vorhandenen Schokoladenseiten zu präsentieren. Warum soll nicht noch einmal gelingen was im Jahre 2001 schon klappte. Damals erhielt Dürnau unter Bürgermeister Friedrich Buchmaier bei dem Wettbewerb, dank der sanierten Ortsmitte, eine Silbermedaille. Sein Nachfolger Markus Wagner möchte die Entwicklung der Gemeinde nun weiter vorantreiben.

Bewertet werden Entwicklungskonzepte, soziale und kulturelle Aktivitäten, die Siedlungsentwicklung sowie die Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft. Welche Vielfalt an kulturellen Angeboten es in Dürnau gibt, zeigt im Schlosshof die „Kuldürvorsitzende“ Annemone Hilsenbeck auf. Dort kann die Jury auch das verbandsgemeindeneigene E-Bürgerauto „Lorenz“ in Augenschein nehmen. Die Präsentation des Entwicklungskonzeptes, einen Rundgang durchs Sanierungsgebiet und eine Rundfahrt zu Schule, Kindergarten, Obstlehrpfad, Wald, Viehhaus und Feuersee hat die fünfköpfige Jury schon hinter sich. Bei Kaffee und Kuchen verraten sie schon mal, was ihnen gefallen hat und was nicht.

Nils Thomas vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sieht die vielen kleinen Gässchen als besonderes Kleinod, aus denen man gestalterisch noch viel mehr machen könnte. Ursula Moser von den Landfrauen Baden Württemberg zeigte sich überrascht ob der vielen innerörtlichen Freiflächen und meinte: „Mir gefielen der ungestaltete Bachlauf, die Gässchen und Winkel gut. Die alten Wege, die  schon viele Generationen gegangen sind sollten unbedingt erhalten bleiben.“ Kommissionsleiter Christian Bühler vom Regierungspräsidium vermerkt positiv, dass für alle Generationen und Zielgruppen in Dürnau etwas geboten sei und Hans-Peter Zaunseder, der einst in der Nachbargemeinde Gammelshausen Bürgermeister war, ist äußerst angetan wie sich Dürnau in den vergangenen Jahren entwickelt hat. „Die Gemeinde ist infrastrukturell auf einem hohen Level.“ Prof. Michael Goer, Landeskonservator a.D. meinte: Die Fenster im sanierten Alten Schulhaus sind nicht nach meinem Geschmack.“

Nun heißt es für Dürnau abwarten und Tee trinken, wie viele Punkte auf dem Bewertungsbogen zusammenkommen.

Rückblick Der Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird seit 1961 ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind Dorfgemeinschaften und Teilorte mit bis zu 3000 Einwohnern. Bei bisher 25 Wettbewerben gab es landesweit 7800 Teilnehmer.

Jury Der dreistufige Wettbewerb beginnt auf der Bezirksebene, gefolgt von Landes- und Bundesentscheid. Die Fachjury besteht aus Vertretern des Gemeindetages, des Landfrauenverbandes, der Denkmalpflege, des Gartenbaus sowie  der Landwirtschaftsverwaltung.

Teilnehmer Im Regierungsbezirk Stuttgart, der elf Landkreise umfasst, gibt es in diesem Jahr nur sechs Teilnehmer. Mit Dürnau und Nassachtal/Diegelsberg kommen zwei aus dem Kreis Göppingen.

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