Als Sheriff in den Ruhestand

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Als Sheriff einer Westernstadt verabschiedete sich Karlheinz Straub (links) in den Ruhestand. Sein Nachfolger Mathias Nagel (rechts) wird das Amt als Leiter des Kreismedienzentrums in Göppingen übernehmen.  Foto: 

Zwei Türme stehen in der Einfahrt des Kreismedienzentrums: Eine Uhr darauf zeigt fünf Minuten vor Zwölf. Darunter deuten dünne Bretter und Streifen aus Klebeband ein Bahngleis mit Endstation an. Das ist die Eingangsszene des Films „12 Uhr mittags“, die sich  der Leiter des Kreismedienzentrums, Karlheinz Straub, kürzlich für sein Abschiedsfest aus dem Film ins reale Leben übertragen hat.

Nach der Endstation hat er mit seinen Helfern auf dem Gelände des KMZ auch gleich noch eine ganze Westernstadt aufgebaut. „Das war mein erster Film, mein erstes Präsentationsmedium, mit dem ich quasi die mediale Laufbahn begonnen habe. Klar, dass ich mit dem Film mein Arbeitsleben beende“, erzählt Karlheinz Straub, der vor über 50 Jahren als Jugendleiter des CVJM Eislingen half, die Rolle des Films in einen Projektor einzulegen. „Damals war ich keine 18 Jahre alt und hatte noch keinen Filmvorführschein von der Kreisbildstelle.“

Knapp zwanzig Jahre lang war Karlheinz Straub Leiter des Kreismedienzentrums. „Vorher war ich genauso lang als Lehrer an der Klinikschule am Eichert“, erzählt er. „In der Zeit habe ich einen medienbegleitenden Unterricht entwickelt. Ich hatte Patienten, die in längerer Krankenhausbehandlung waren.“ Für die besondere Art der Unterrichtung wurden Krankenzimmer in einen Schulraum umfunktioniert.

Mit seinen erlernten Kompetenzen bewarb sich Straub dann um die Leitung der damaligen Kreisbildstelle. „Man muss Lehrer sein, weil man trotzdem noch Unterricht hat.“ Daher ging der Schulbezug mit dem Jobwechsel nicht verloren. Stattdessen verlagerte Straub seinen Schwerpunkt von Krankenhaus- auf Medienpädagogik. Computerunterstütztes Lernen, PC-Schulungen, Medienunterricht, Programmieren und der Umgang mit Grafik- und Präsentationssoftware standen auf seinem Lehrplan.

„Highlight war die Umwandlung von der Kreisbildstelle zum Kreismedienzentrum. Das war entscheidend“, sagt Straub überzeugt. „Wir hatten das Glück, dass wir ein eigenständiges Gebäude des Landratsamtes zur Verfügung gestellt bekamen.“ Durch die Profilierung mit Ton, Bild und Multimedia sei die Hauptarbeit die Beratung und der Verleih von schulischen Medien.

„Da wir mannschaftsmäßig nur 4,3 Personalstellen hatten, haben wir ein Vereinsmodell entwickelt.“ Für jeden Bereich wurde ein Verein als Medienunterstützer integriert: Ton übernahm Radio Fips. Video, Bild, Multimedia und PC wird von Filstalonline und dem Verein Institute of Sound betreut.

„Das Tollste ist, einen Nachfolger zu haben, der sich in der Medienwelt bestens auskennt“, äußert Straub zufrieden. Bis zum 31. Juli ist er noch offiziell Leiter des Kreismedienzentrums. Danach übernimmt Mathias Nagel das Amt. Er arbeitet schon seit über dreieinhalb Jahren als medienpädagogischer Berater im KMZ. „Ich bin eigentlich Realschullehrer“, erzählt er und freut sich auf seine neue Stelle, bei der er sein Lehramtsstudium und seinen Abschluss als Toningenieur nutzen kann. „Das Haus ist besonders. Wir haben hier einen Tontechnikverein gegründet. Da konnte ich meine Vergangenheit und mein Equipment auch einbringen.“

Für die Zukunft wünscht sich Nagel eine vernünftige Digitalisierung der Schulen zu erreichen. Dafür habe man auch schon Ressourcen geschaffen: „Wir haben noch einen Lehrerkollegen mit ins Boot geholt, der zusammen mit unserem Schulnetzberater diese Medienentwicklungsplanung bei den Schulen im Kreis macht.“ Zusätzlich wolle man das Kreismedienzentrum zu einem Beratungs- und Kompetenzzentrum für Medien ausbauen.

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