Alexander "Sandi" Kuhn überzeugt mit seinem Album

Feinsinniges, mit vollem, warmem Ton vorgetragenes Spiel auf dem Tenorsaxophon prägt die sieben Stücke der neuen CD "The Ambiguity of Light" des aus Rechberghausen stammenden Alexander "Sandi" Kuhn.

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"Sandi" Kuhn, der als Saxophonist mit Preisen und Stipendien bedacht wurde, vertritt hier einen Jazz, der komplex und eingängig zugleich ist. Die Themen bleiben als Melodien sing- und greifbar, obwohl sie oft in vielschichtige Klangfarben eingebettet sind, die Grundstimmung ist ruhig, geprägt von zarter Melancholie, in den Solopassagen wird zupackender, dabei aber mit feinem Gespür agiert.

Auf selbstverständliche Weise werden Stilelemente so vereint, dass diese in sich stimmig und schlüssig für das Ganze zum Tragen kommen. Die Singbarkeit der Themen reflektiert Liedhaftes, die komplexe, nie anstrengend wirkende Harmonik und die Güte der Improvisationen rühren vom Jazz her.

Die Besetzung macht die CD zu etwas klanglich Besonderem. Das perlende, viel Raum lassende Vibraphon bedient Julius Heise, die ein ausdifferenziertes Gerüst und melodische Läufe setzende Gitarre spielt Syberen van Munster, den schiebenden Bass Jens Loh, das groovende, feine Akzente setzende Schlagzeug Axel Pape und das sich sensibel mit all dem verzahnende Tenorsaxophon Alexander Kuhn.

Auf vier Stücken ergänzt die koreanische Sängerin Song Yi Jeon dieses Klangsspektrum. Von ihren kontrapunktisch gesetzten, vokalen, entschleunigt angescatteten oder die Unisonopassagen unterstützenden Einflechtungen geht eine seltsam berührende Vertrautheit aus. Dass man alle Musiker nennt und nicht nur den Leader Kuhn, liegt an ihrem Zusammenspiel. Kuhn lässt den Musikern, den Stücken und ihrer Stimmung Luft und Raum. So verliert sich das Kollektiv bei aller technischer Brillanz seiner Einzelkönner, die auch solistisch in Erscheinung treten, nie im vordergründigen Spiel, sondern agiert stets stückdienlich. Kein seelenloser Skalensport wird da betrieben, sondern ein feinsinniges Musizieren, ein Aufeinanderhören, das sich auch im transparenten Sound des Albums niederschlägt.

So entwickelt sich etwa aus dem von "Sandi" Kuhn und Song Yi Jeon dialogisch fein vorgetragenen Thema des Stückes "Growing" im Laufe des Zusammenspiels aller ein mehr und mehr anwachsender, mitreißender, die Grundstimmung dabei nicht aufgebender Improvisationsteil. Dieses und die anderen atmosphärisch dichten Stücke legen die Basis für eine eigenständige Auffassung von Jazz, die selbstverständlich und organisch gewachsen wirkt und so auch einem größeren Publikum gerecht wird, ohne dabei an Niveau zu verlieren.


Das Album "The Ambiguity of Light" ist bei Jazz n Arts Records erschienen. Im Rahmen einer Release-Tour wird die CD am 30. Januar im Stuttgarter Jazzclub Bix präsentiert.

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