Albert Graf von Rechberg gestorben

Im Alter von 100 Jahren ist Albert Germanus Graf von Rechberg und Rothenlöwen gestorben. Er war unter Wilhelm II. in der Monarchie geboren worden.

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Ende November konnte er seinen 100. Geburtstag feiern, am vergangenen Donnerstag ist Albert Germanus Graf von Rechberg und Rothenlöwen gestorben. Der Herr des Hauses Rechberg wohnte zurückgezogen in seiner Heimatstadt Donzdorf. "Er war ein Mensch, der sehr zurückhaltend gelebt und wenig Aufhebens um seine Person hat", charakterisierte gestern der Donzdorfer Bürgermeister Martin Stölzle den Grafen. Stölzle erinnert an die Zeitläufte, die der aus einem uralten Adelsspross stammende Donzdorfer erlebt hatte: "Er wurde als Graf in der Monarchie geboren und hat später seinen Platz in der säkularen Gesellschaft gefunden, das fand ich immer sehr beachtlich. Wenn man mit ihm gesprochen hat, war immer klar, dass er alle gesellschaftlichen Veränderungen im letzten Jahrhundert mitgemacht hat."

Albert Graf von Rechberg habe "bei allem kaufmännischen Verhalten auch das Gemeinwohl immer im Auge gehabt", unterstreicht der Bürgermeister. Stölzle erinnert auch daran, dass der Graf durch den Verkauf des Rechbergschen Schlosses im Jahr 1987 die Stadtmitte für die Bürger geöffnet habe, heute befindet sich im ehemaligen Stammsitz des Geschlechts das Rathaus. Die Familie hatte in den 1970er- und 80er-Jahren bereits die Schlösser und Ruinen Scharfenschloss, Weißenstein, Ramsberg und Rechberg an Privatleute verkauft. Der Graf war bis 1986 Eigentümer des Gräflich Rechbergschen Familienbetriebs in Donzdorf. Seitdem führt sein Sohn Bernhard Graf von Rechberg die Familienunternehmen. Trotz aller Zurückhaltung war er aber auch in seiner Heimatstadt engagiert, so war Albert Graf von Rechberg etwa Ehrenmitglied der Schützengesellschaft Donzdorf, deren Vereinsfahne auch das Wappen derer von Rechberg und Rothenlöwen ziert.

Die Geschichte der Donzdorfer Familie lässt sich bis ins Jahr 1179 zurückverfolgen, damals stand Ulrich I. von Rechberg als Marschall des Herzogtums Schwaben in Diensten des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa. Seit 1607 zählt das Geschlecht zum deutschen Hochadel. In diesem Jahr wurde die Familie durch Kaiser Rudolf II. in den Grafenstand erhoben.

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