Ängste und Zweifel des Mörders geschildert

Seinen Debütkrimi "Hochsommermord", eben bei btb erschienen, stellte Jochen Frech bei einer Lesung in der Stadthalle Eislingen vor. Unterhaltsam schilderte der Polizist seine lange Suche nach einem Verlag.

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Jochen Frech ist ein Kämpfer. Früher als Leistungssportler, als Mitglied des SEK, bei den Triathleten des AST Süßen und heute als Autor. Sechs Jahre hat er an seinem Erstlingswerk gearbeitet. Jeden Tag schreibt er 1000 Wörter, verrät er bei seiner ersten Lesung in der Stadthalle in Eislingen.

Mit dieser Premiere kehrt Jochen Frech, geboren und aufgewachsen in Eislingen, zu seinen Wurzeln zurück. Rund 40 Zuhörer sind gekommen, davon viele Freunde und Bekannte, ehemalige Weggefährten, die Frech schon als Kind kannten. Entsprechend herzlich fallen die Begrüßungen bei der Signierstunde aus.

Mit viel Gespür für den Aufbau von Spannung hat Krimiautor Jochen Frech seine erste Lesung geplant, die von der Eislinger VHS und der Stadtbibliothek veranstaltet wird. Ein Beamer projiziert das Buchcover auf eine Leinwand, der Raum ist ins Halbdunkel getaucht. Nur die beiden Stühle auf der leicht erhöhten Bühne sind beleuchtet. Aus dem Hintergrund ist die Stimme des Autors ist zu hören, die das erste Erwachen des Mörders der zehnjährigen Manuela nach der Tat schildert. Seine Unruhe, seine Ängste und Zweifel. Schnell sind die Zuhörer von der spannenden Handlung gefesselt. Doch Frech liest nicht nur aus dem Buch vor. Das können und sollen seine Leser zu Hause. Im Gespräch mit der Journalistin Meike Maurer lernen die Zuhörer den Autor kennen, erfahren etwas über seine Art zu schreiben, seine Suche nach einem Verlag und viel über den Menschen Jochen Frech und seine Motivation. Schon als Kind hatte er den Traum, ein eigenes Buch zu publizieren. Ein erster Versuch des Zwölfjährigen mit dem Titel "Anton Pumpernickels lustige Streiche" liegt auf Frechs Dachboden. "Keine Angst, das wird nicht auf dem Markt kommen", versichert er.

Sympathisch und sehr offen schildert er seinen langen Weg dahin, sein Manuskript bei einem Verlag unterzubringen. Nach fünf Absagen landet der Autor mit seinem Roman bei einer seriösen Literaturagentur und bei btb. Das mag an der klaren, lebendigen Erzählweise des Eislingers liegen, aber auch daran, dass er weiß, worüber er schreibt. Protagonist des Krimis ist der junge Kriminalpolizist Moritz Kepplinger. Nach Jahren bei der SEK hat er an der Hochschule der Polizei studiert und kommt dann zur Kripo nach Göppingen. Auch der 1967 geborene Jochen Frech war fünf Jahre lang beim SEK und studierte später an der Polizeihochschule. "Für mich ist es wichtig, dass ich weiß, worüber ich schreibe", betont er bei der Lesung. Auch wenn Kepplinger nur am Anfang etwas von Jochen Frech hatte, so kann er doch die Emotionen seiner Figur gut nachvollziehen. Was er damit meint, schildert er plastisch an einem Beispiel: "Man weiß nur, worüber man schreibt, wenn man selbst in voller Schutzkleidung vor einer Wohnungstür gestanden hat, hinter der jemand mit einer Handgranate darauf wartet, fünf Polizisten umzubringen."

Info Am Donnerstag, 23. Januar, liest Jochen Frech bei der Buchhandlung Herwig in Göppingen aus seinem Roman. Beginn ist um 20 Uhr.

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