Abschlussnote Eins plus

Die Landesberufsschule in Bad Überkingen hat ihrer scheidenden Rektorin Elke Suhlry-Brandner einen großen Abschied bereitet: Größen aus Politik und Gastronomieverbänden lobten ihre Lebensleistung.

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  • Von Landrat Wolff gabs für die scheidende Rektorin neben viel Lob noch einen großen Blumenstrauß Fotos: Rainer Lauschke 1/2
    Von Landrat Wolff gabs für die scheidende Rektorin neben viel Lob noch einen großen Blumenstrauß Fotos: Rainer Lauschke
  • Zum Schluss noch die Stabübergabe: Am 1. August wird Dieter Manz die Nachfolge von Elke Suhlry-Brandner übernehmen. 2/2
    Zum Schluss noch die Stabübergabe: Am 1. August wird Dieter Manz die Nachfolge von Elke Suhlry-Brandner übernehmen.
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Prosecco Cuvée oder Weizen-Hugo? Vielleicht eine raffinierte Quiche dazu? Die Schüler der Paul-Kerschensteiner-Schule für das Hotel und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen schweben mit Tabletts voller Getränke und Fingerfood durch die Masse der Gäste. Die "Brosowskeys" aus Geislingen spielen legeren Bar-Jazz, bis Moderator Herbert Metzler seinen Zylinder aufsetzt und die Gäste bittet, ihre Plätze einzunehmen. Metzler heißt die Anwesenden singend willkommen, "Bienvenue, welcome", und gibt an Heinrich Fitz, den stellvertretenden Schulleiter weiter.

Fitz nimmt sich Zeit, die Gäste und natürlich die beiden Hauptpersonen des Abends zu begrüßen: Elke Suhlry-Brandner, die scheidende Rektorin der Schule und Dieter Manz, der von der kaufmännischen Schule Göppingen kommt und die vakante Stelle am 1. August übernehmen wird.

Regierungspräsident Johannes Schmalzl erinnert an die Anfänge von Elke Suhlry-Brandner: "Als Telefone noch Wählscheiben hatten, war sie eine der ersten weiblichen Referendare und sogar die allererste Teilzeitreferandarin im Oberschulamt Stuttgart," flachst er. Eine "regelrechte Eisbrecherin" sei sie gewesen, denn eine Frau in solcher Position war "damals nicht selbstverständlich". 2001 übernahm Suhlry-Brandner die Leitung der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen. Seitdem habe die Bildungseinrichtung große Schritte vorwärts gemacht. Unter ihrer Leitung kamen unter anderem neue Küchen und ein Labor. Neue Ausbildungsgänge wurden in den Lehrplan integriert und erstmalig auch Berufe, die im Management und nicht nur im Service oder der Küche angesiedelt sind. Auch die Systemgastronomie wurde unter Suhlry-Brandner integriert. "Der bundesweite, großartige Ruf der Schule ist zu einem großen Teil Ihr Verdienst", lobt der Regierungspräsident. An Dieter Manz gewandt - er wird bald der neue Rektor - fügt er schmunzelnd hinzu: "Und jetzt haben Sie die Gelegenheit, sich in die höhere Philosophie der Tischdecke einzuarbeiten." Manz sei ein "unkomplizierter Macher, der Menschen wertschätzend begegnet".

Landrat Edgar Wolff erinnerte an die enorme Herausforderung des Amtes: Schulleiter müssten heute nicht mehr nur Pädagogen, sondern Alleskönner sein. Er zählt auf: "Voller Einsatz und Leidenschaft, mit engagierter Haltung, die Ihnen die Achtung des Landkreises, der Schüler und des Kollegiums einbrachte, haben Sie diese Kriterien erfüllt." Es sei keine Lobhudelei, wenn er sage: "Ihnen gebührt dafür die Schulnote Eins plus."

Darauf folgen Grußworte von Wolf Ulrich Martin (Präsident der IHK Bezirkskammer Göppingen), Peter Schmid (Ehrenvorstand des DEHOGA Baden-Württemberg), Bernhard Zepf (Vorsitzender des FHG - Förderer Hotellerie und Gastronomie), Siegfried Pietrass (Geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Landkreis) und Jutta Hettesheimer (Personalrätin der Paul-Kerschensteiner-Schule). "Nun soll sie zum letzten Mal das letzte Wort haben", schließt Moderator Herbert Metzler mit einem Augenzwinkern und bittet Elke Suhlry-Brandner vor das Publikum. Die hoch Gelobte hält ihre Rede aus der Sicht einer Geschäftsführerin, als sei die Schule ein Betrieb, der Gewinne erzielt und am Markt bestehen muss: "13 Jahre war ich Generaldirektorin. Mein Betrieb gehört dem großen Konzern Baden-Württemberg an. Wir als Schule werden uns dem Hotelvergleich stellen und beweisen, dass Küche, Service und Haus auf 5-Sterne-Niveau sind. Dafür müssen wir in unser Personal investieren", empfiehlt sie ihrem designierten Nachfolger. Mit der Paul-Kerschensteiner-Schule sei ihr vor 13 Jahren eine "Perle des Landkreises und ein ganz besonderes Hotel anvertraut" worden, stellt sie lächelnd fest, bevor sie ihrem Nachfolger den Schlüssel überreicht, "der überall passt".

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