Abschied von Bürgermeister Reiner Ruf

Mit einer Festsitzung des Gemeinderates wurde am Donnerstagabend der langjährige Rechberghäuser Bürgermeister Reiner Ruf verabschiedet. Zudem wurde seine Nachfolgerin Claudia Dörner vereidigt.

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Rechberghausen und Bürgermeister Reiner Ruf – diese beiden Namen waren 37 Jahre untrennbar miteinander verbunden. „Mit der Gemeinde verheiratet“, nannte dies Landrat Edgar Wolff am Donnerstagabend bei der offiziellen Verabschiedung von Reiner Ruf und der Verpflichtung seiner Nachfolgerin Claudia Dörner im Rechberghäuser Haug-Erkinger-Saal. Doch diese Ehe mit der als Hochzeitsgemeinde über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Kommune endet nun am 30. Juni, wenn Reiner Ruf den Chefsessel im Rechberghäuser Rathaus an Claudia Dörner übergibt. „Dieser Tag bedeutet eine Zäsur für Rechberghausen“, stellte der Präsident des Regierungspräsidiums Stuttgart, Johannes Schmalzl, fest.

Ruf wurde 1977 im Alter von 25 Jahren der jüngste Bürgermeister im Kreis Göppingen und blieb am längsten. Er hört jetzt als dienstältester Bürgermeister im Kreis Göppingen auf.

Abschied mit launigen Reden 

Letztmals im Amt als Bürgermeister hatte Reiner Ruf zur Festsitzung des Gemeinderates gerufen – und fast alle, die Rang und Namen im Kreis Göppingen, waren gekommen – insgesamt rund 330 Menschen. Doch eigentlich hatte nicht Ruf gerufen, sondern der Rechberghäuser Gemeinderat um den stellvertretenden Bürgermeister Markus Malcher unter mithilfe der Mitarbeiter der Rathausverwaltung.

Etwa vier Stunden dauerte dann der öffentliche Teil der Gemeinderatsfestssitzung. Viele, die Reiner Ruf in den vergangenen 37 Jahren eine Zeitlang begleitet hatten, ließen es sich nicht nehmen, sich mit meist launigen und humorvollen Reden und Beiträgen von ihm zu verabschieden – und die neue Bürgermeisterin Claudia Dörner willkommen zu heißen. Vor allem Reiner Rufs Verabschiedung erinnerte ein wenig an einen Staatsakt. Unterbrochen wurden die zahlreichen Reden und Laudationen von Musikstücken der Schurwald-Musikschule und des Mandolinenorchesters Rechberghausen – und alle im Saal Versammelten erhoben sich und sangen mit, als die Gemeinderätin und Vorsitzende des Gesangsvereins Harmonia, Sieglinde May, das „Rechberghäuser Heimatlied“ anstimmte.

In seiner Ansprache kündigte Rufs Stellvertreter Markus Malcher an, dass an diesem Abend das „Lebenswerk eines Mannes gewürdigt“ werde. Reiner Ruf stehe für Kontinuität und Verlässlichkeit und habe stets ein hohes Durchsetzungsvermögen, Beharrlichkeit und hohes Engagement bewiesen. „Wie in jeder gute Ehe gab es auch kritische Phasen“, meinte Malcher über den scheidenden Bürgermeister, aber Ruf sei sich immer treu geblieben und jeweils gestärkt aus diesen Phasen hervorgegangen. „Er hat Rechberghausen zu einer attraktiven Gemeinde weiterentwickelt“ – oder anders ausgedrückt zu einem „Städtlein“.

Hervorgehoben wurden unter anderem Projekte wie die Gartenschau im Jahr 2009 sowie die vier Kunstausstellungen und der intensive E-Mail-Verkehr des Bürgermeisters mit dem Gemeinderat und Kollegen. Ruf habe Rechberghausen „rege und rastlos regiert“, so Malcher. Dafür bekam Reiner Ruf neben der Staufermedaille am Donnerstagabend auch die Rechberghäuser Ehrenbürgerschaft vom Gemeinderat verliehen. Von vielen Festrednern hervorgehoben wurde auch das Wirken von Rufs Ehefrau Gerti, die ihrem Mann stets den Rücken freigehalten habe.

Als „Bilderbuch-Bürgermeister“, und gewieften Verwaltungschef, der in allen Fördertöpfen seine Finger drin gehabt habe, wurde Ruf von den Festrednern beschrieben. Er habe Herrausragendes für Rechberghausen geleistet – Der 63-Jährige habe im Ort zahlreiche Spuren hinterlassen.

Unter den mehr als ein dutzend Reden blieb der Beitrag von Rufs Bürgermeisterkollegen aus dem Schurwald besonders in Erinnerung. Carmen Marquardt, Franz Wenka und Frank Ansorge kamen in Bademänteln auf die Bühne und führten einen kleinen Sketch zu Ehren des „Rolls Royce – Reiner Ruf“ auf. „Ich bin überwältigt“, meinte Ruf in seinen Abschiedsworten zu der gesamten Veranstaltung. Er freue sich jetzt aber auch auf den Ruhestand und verabschiedete sich mit den Worten „Danke und Adieu.“

Zugleich wurde am Donnerstagabend die neue Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner vereidigt. „Ich werde Sie nicht enttäuschen“, versprach die 33-Jährige den Rechberghäusern. Ihr Ex-Chef Rainer Haußmann, Bürgermeister von Dettingen/Teck (Kreis Esslingen), attestierte den Rechberghäusern, eine „tüchtige Schlossherrin“ gewonnen zu haben. „Dir, lieber Reiner, bleibt nun nur noch der geordnete Rückzug übrig“, erklärte Haußmann schmunzelnd.

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