Abfall wird nicht im Wohngebiet behandelt

Salachs Verwaltung und Gemeinderat lehnen den Bau einer Abfallbehandlungsanlage in einem Wohngebiet ab. Anwohner hatten Unterschriften gesammelt.

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Die Salacher Friedrichstraße liegt zwischen den Gewerbebrachen "Papierfabrik" und "Schachenmayr". Für beide Areale wurde bereits im Jahre 2007 ein städteplanerisches Konzept erstellt, welches als vorrangiges Ziel die Verkehrsentlastung in der Friedrichstraße sowie die Steigerung der Wohnqualität dort betonte. Nun soll ausgerechnet am Standort Friedrichstraße 27 in der Halle "Walzentrockenlager" der ehemaligen Papierfabrik eine Aufbereitungsanlage für Lösemittel und Öle aus der Druckereibranche entstehen. So jedenfalls plant die seit Sommer 2014 dort ansässige Firma 360 Oil-GmbH, Spezialunternehmen in der Aufbereitung von Industrieabfällen, insbesondere Ölen und Lösungsmittel für Unternehmen und Privatleute.

Es fielen in der Anlage nur geringe Abfallmengen - im Wesentlichen Säureteer und Laugenabfälle - an, die schadlos entsorgt werden können, argumentiert die Betreiberfirma. Weiter: Entstehende Emissionsmengen an luftfremden Stoffen seien gering und vernachlässigbar und Lärmemissionen entstünden nur durch den anlagenbedingten Fahrverkehr. Das Landratsamt sieht grundsätzlich kein Problem im Betrieb der Anlage und betrachtet sie als genehmigungsfähig. Anders die Gemeinde Salach und anders die Anwohner der Friedrichstraße.

Die hatten in der Sitzung des Salacher Gemeinderats Bürgermeister Bernd Lutz eine Unterschriftenliste übergeben und ihre Ablehnung der geplanten Abfallbehandlungsanlage zum Ausdruck gebracht. Baurechtlich ist das Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Daran hegt die Gemeinde allerdings große Zweifel. Weil das Grundstück Friedrichstraße 27 sich eindeutig nicht in einem Industriegebiet befindet und unter anderem "konkrete Angaben die Geruchsrelevanz der Input- und Outputstoffe betreffend fehlen", so die Gemeinde. Zudem verlangt sie ein Sicherungskonzept mit regelmäßig stattfindenden Stichprobenanalysen aller anfallenden und entstehenden Stoffe. Der beantragte Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage sei mit den städteplanerischen Sanierungszielen Salachs keineswegs vereinbar, erklärte Bürgermeister Bernd Lutz, die Gemeinderäte sahen es genauso. Einstimmig lehnte das Gremium den Antrag ab.

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