"Wollte wieder was Positives sehen"

Erst kam das Hochwasser - und dann die Arbeit: Mit viel Fleiß und Liebe zum Detail haben Irmtraut und Norbert Wanner aus Bad Überkingen ihren Garten wieder in ein grünes Paradies verwandelt.

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  • Irmtraut und Norbert Wanner aus Bad Überkingen haben nach dem Hochwasser Anfang Juni (kleines Bild) wieder ein grünes Paradies in ihrem Garten erschaffen. Fotos: Ralf Heisele/ privat 1/3
    Irmtraut und Norbert Wanner aus Bad Überkingen haben nach dem Hochwasser Anfang Juni (kleines Bild) wieder ein grünes Paradies in ihrem Garten erschaffen. Fotos: Ralf Heisele/ privat
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  • Ideen muss man haben: Alte Fenster als Zierde an der Wand. 3/3
    Ideen muss man haben: Alte Fenster als Zierde an der Wand.
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Die orangen Blüten des Hibiscus treiben kräftig aus und die blauen Schmucklilien wiegen sich sanft im Wind. Irmtraut Wanner hat sich mitten in Bad Überkingen ihr eigenes Paradies geschaffen - mit etlichen Kübelpflanzen, leuchtenden Blumen und jeder Menge Dekoration. Noch vor knapp drei Monaten sah dies ganz anders aus: Der Garten an der Hausener Straße war von einer 40 Zentimeter hohen dreckigen, braunen Brühe überzogen. Das direkt an der Fils gelegene Grundstück des Ehepaars Wanner ist vom Hochwasser Anfang Juni besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Noch heute läuft der 56-Jährigen der Schauer über den Rücken, wenn sie an die Katastrophe denkt. Schon Tage vor dem 1. Juni bemerkten die Wanners, dass der Wasserspiegel der Fils langsam anstieg. Also stellten Irmtraut und Norbert Wanner alle Elektrogeräte im Keller ihres Hauses etwas höher, indem sie diese mit Holz unterlegten. Auch der Garten wurde "sturmsicher" gemacht und viele Kübelpflanzen ins vermeintlich sichere Gewächshaus gebracht. Genutzt hat dies freilich nichts. Die Wanners bekamen die geballte Kraft der Natur zu spüren. Die Wassermassen schossen auf ihr Grundstück und rissen alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. "Wir waren wie auf einer Insel von allen Seiten vom Wasser umgeben", beschreibt die Bad Überkingerin die Szenerie.

Auch der Keller lief voll. Am Ende stand dort das Wasser 1,80 Meter hoch. "Waschmaschine, Gefriertruhe und Trockner - uns ist alles entgegengeschwommen." Der Schaden belief sich auf 50 000 Euro. Gottseidank hatte Irmtraut Wanner in der Nacht zuvor "intuitiv" ihre beiden Zwerghäschen vom Keller in die Wohnung gebracht - "die wären sonst regelrecht ersoffen." Auch die geliebte Katze "Milli" überlebte das Inferno in der sicheren Wohnung.

Acht Wochen musste das Gemäuer mit speziellen Maschinen getrocknet werden, ehe eine Fachfirma mit der Sanierung beginnen konnte. Parallel dazu hat das Ehepaar ihren Garten wieder auf Vordermann gebracht. "Ich wollte wieder etwas Positives vor dem Haus sehen", sagt Irmtraut Wanner. Täglich hat sie - unterstützt von ihrem Mann - bis zu vier Stunden im Garten gewerkelt, gegraben und geharkt. Mit viel Hingabe hat sie ihre Pflanzen aufgepäppelt - "und manchmal auch mit ihnen gesprochen". Zunächst musste überall der Schlamm entfernt und die Erde wieder aufgelockert werden. Bei den Kübelpflanzen und im Gewächshaus wurde zudem der Boden ausgetauscht. "Das war für mich keine Arbeit. Der Garten gibt mir Kraft und Lebensfreude", erklärt die 56-Jährige.

Das wird eindrucksvoll bestätigt durch ihre Liebe zum Detail. Irmtraut Wanner hat ein idyllisches Fleckchen Erde mit vielen Kompositionen in Farbe und Formen geschaffen - und immer wieder findet der Betrachter zwischen Gräsern, Blumen, Figuren und Dekokugeln kleine Dachziegel mit Versen und Sprüchen, die die Bad Überkingerin zum Teil selbst verfasst hat, etwa: "Gesundheit und ein langes Leben, dies kann dir nur dein Garten geben."

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