"Wir waren vorher schon gut"

Die Gemeinde Bad Boll hat ihren Energieverbrauch in den letzten vier Jahren nicht spürbar gesenkt. Der Wärmeverbrauch nahm sogar leicht zu.

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Verblüffung im Bad Boller Gemeinderat: Der Wärmeverbrauch der kommunalen Gebäude lag im 2011 zwar um 16,5 Prozent unter dem des Vorjahres, aber witterungsbereinigt um vier Prozent darüber. Er liegt auch leicht über dem Wert von 2008. Bei den Strom- und Wasserverbräuchen ließen sich Rückgänge von vier und 6,7 Prozent erzielen. Dies berichtete der Energieberater der Gemeinde, Diplom-Ingenieur Gerhard Sattler.

Macht die Gemeinde nicht genug? Bürgermeister Hans-Rudi Bührle hat eine andere Erklärung. "Wir waren vorher schon gut." Gerade im Bezugsjahr 2008 waren die Verbräuche recht niedrig, was die Statistik verzerrt. In 2009 waren sie höher. Der Beginn des Controllings ist immer mit leichten Verzerrungen verbunden, weiß Ingenieur Sattler, weil das Ablesen erst taggenau umgestellt werden muss.

Immerhin: Im letzten Jahr sanken die Energiekosten der Gemeinde gegenüber 2010 um 16 000 Euro (7,2 Prozent). Der Ausstoß des "Klimakillers" CO2 wurde um knapp neun Prozent gesenkt, von 618 auf 563 Tonnen. Für Strom, Wärme und Wasser musste die Gemeinde im letzten Jahr 210 000 Euro bezahlen. Gut die Hälfte davon entfällt auf den Strom, knapp 30 Prozent auf die Wärme und fast 20 Prozent auf den Wasserverbrauch.

Bad Boll lässt alle zwölf Liegenschaften der Gemeinde auf ihren Energieverbrauch untersuchen. Das ist mehr als in den umliegenden neun Voralbgemeinden, die auch ein Energiemanagement mit 50-prozentigen Zuschüssen des Bundes betreiben. Die Kurgemeinde hat in den letzten Jahren auch energetische Sanierung betrieben, an der Turnhalle und vor allem an der Schulaula.

Weiterer Handlungsbedarf steht an. Mittelfristig soll beim Freibad Wärme und Strom eingespart werden, mit einer Beckenabdeckung nachts, die die Wärmeabstrahlung verhindert, und einer solaren Beckenwärmung. An der Kläranlage Eckwälden soll die Umwälzpumpe erneuert werden, die zu viel Strom frisst. Für wünschenswert hält Ingenieur Sattler auch eine Wärmedämmung des Gebäudes Theophil-Blumhardt-Kinderhaus, wo demnächst die Heizung erneuert wird. Dies müsse aber nicht sofort geschehen. Teuer sei auch die Heizung in der Aussegnungshalle.

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