"Hier bin ich einfach glücklich"

72 Jahre Ebersbacher Geschichte hat Luise Nun miterlebt. Und sie erinnert sich gut an die vielen Episoden. Aber auch heute engagiert sie sich noch aktiv und gründete erst kürzlich einen Verein.

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  • Zwischen Fils und B 10, in der Verlängerung des Gentenriedwegs, befindet sich Luise Nuns Lieblingsplatz in Ebersbach - eine zugewachsene Bank am Filsufer. Auch ihr Hund Bobby kommt hier gerne hin und nutzt die Zeit zum Baden. Foto: Elke Berger 1/2
    Zwischen Fils und B 10, in der Verlängerung des Gentenriedwegs, befindet sich Luise Nuns Lieblingsplatz in Ebersbach - eine zugewachsene Bank am Filsufer. Auch ihr Hund Bobby kommt hier gerne hin und nutzt die Zeit zum Baden. Foto: Elke Berger
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Bücher tun Gutes. Dieses Motto liehen sich drei Ebersbacher, unter ihnen Luise Nun, um ihrem neu gegründeten Verein einen Namen zu geben. Jetzt warten die drei frisch gekrönten Vorstände auf die Eintragung ins Vereinsregister. "Wir wollen Menschen den Zugang zu kostengünstigen Büchern ermöglichen", beschreibt Nun das Ziel des Vereins. "Die Einnahmen werden außerdem gespendet." Im September solls losgehen, die Stadt Ebersbach stellt einen Raum im Bahnhof zur Verfügung.

Mit ihren 76 Jahren hat Luise Nun offensichtlich immer noch genügend Kapazitäten zum Helfen und mit Anpacken. Bis vor kurzem hat sie auch noch beim Seniorentreff mitgearbeitet. Zum Luftholen setzt sie sich aber ganz gerne mal in ihren Garten mit unverbaubarer Umgebung, zusammen mit ihrem mittlerweile liebsten Begleiter: Hund Bobby. "Seit mein Mann starb, hänge ich noch mehr an Bobby. Er war uns immer schon ein wichtiges Familienmitglied", erzählt Nun. Bobby ist halb Neufundländer und halb Golden Retriever und füllt im Auto locker den Kofferraum alleine. Mit ihm läuft sie auch regelmäßig zu ihrem Ebersbacher Lieblingsplatz.

Der befindet sich zwischen Fils und neuer B 10, in der Verlängerung des Gentenriedwegs. "Dort steht eine fast zugewachsene Bank, auf der ich mich gerne mal ausruhe", beschreibt die Ebersbacherin ihr Plätzchen. "Bis ich allerdings dort bin, hat Bobby schon ein Vollbad in der Fils hinter sich." An einer bestimmten Stelle verschwindet der wasserliebende Hund immer mit einem Platscher in der Fils und kommt erst viel weiter vorne zurück zu seinem Frauchen. Immer mal wieder sind ihre Enkel mit dabei beim Spaziergang. "Die legen meine Laufstrecke mit Fahrrad und Laufrad zurück und ich muss mir keine Sorgen machen, da hier keine Autos fahren." Von ihrem Bänkchen aus beobachtet Luise Nun dann gerne die vorbeifahrenden Züge oder Flugzeuge im Landeanflug, während Bobby wieder beim Plantschen ist.

"Mit vier Jahren bin ich nach Ebersbach gekommen", erinnert sich Luise Nun an den Umzug von Esslingen-Berkheim. Die Großmutter war gestorben und der Vater musste den großelterlichen Hof übernehmen. Über ihre Kindheit weiß sie trotz des Krieges aber fast nur Gutes zu berichten. "Wir hatten Ziegen und allerlei Federvieh, dazu Hunde und Katzen. Zum Spielen genügten uns ein paar Bretter und Nägel und wir konnten die tollsten Dinge bauen."

Auf der Straße wurde ungestört Fußball gespielt - schließlich gab es kaum Autos - und im Winter fuhren die Kinder im Zweier-Schlittenverbund die komplette alte Büchenbronner Straße hinunter bis zum ehemaligen Bahnübergang. "Der Krieg hat Ebersbach ziemlich verschont, aber wir konnten von hier aus sehen, wenn wieder über Stuttgart Phosphorbomben abgeworfen wurden."

Beruflich ist Nun dann als Verwaltungsangestellte im Tiefbauamt gelandet - obwohl sie eigentlich Damenschneiderin werden wollte. Trotzdem fand sie sehr großen Gefallen an der Arbeit, nicht zuletzt, weil ihr Chef sie oft mit auf die Baustellen genommen hat.

Heute geht Luise Nun neben ihrem Engagement noch regelmäßig zur Kegelrunde und freut sich, wenn ihre Enkel sie besuchen, oftmals verbringen sie ganze Ferien bei ihr. "Ebersbach ist meine Heimat", fasst sie zusammen. "Hier bin ich einfach glücklich."

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