„Große Freude, hier zu arbeiten“

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Hat auch das „Schwäbische Streuobstparadies“ im Blick: die Schlater Bürgermeisterin Gudrun Flogaus vor ihrem Amtssitz.  Foto: 

Sie sprüht vor Unternehmungslust, wenn sie im geschmackvoll renovierten Schlater Rathaus mit blauen Läden und bunt bepflanzten Blumenkästen an ihrem Schreibtisch sitzt und dem Besucher erklärt, was in Schlat alles los ist. Gudrun Flogaus strebt eine zweite Amtszeit an, nachdem sie 2010 als erste Frau im Kreis Göppingen das Amt einer Bürgermeisterin erreicht hatte. Inzwischen sind Carmen Marquardt in Adelberg und Claudia Dörner in Rechberghausen als Bürgermeisterkolleginnen dazugekommen. Am 28. Januar 2018 wird in Schlat erneut gewählt.

Sie kandidieren in Schlat erneut für das Amt der Bürgermeisterin.
War­um?

Gudrun Flogaus: Weil wir gemeinsam zum Wohle der Bürgerschaft viel erreicht haben. Es macht mir große Freude, hier zu arbeiten, und ich will weiterhin die anstehenden Projekte wie Wohngebietserweiterung, Mietwohnraum, sanfter Tourismus, ärztliche Versorgung, Erhalt der Versorgungsnetze mit Wasser und Abwasser und das Thema Kultur verwirklichen.

Was konnten Sie in Ihrer ersten Amtszeit umsetzen?

Wir haben unter anderem den Bau der Umgehungsstraße zur Entlastung des Ortskerns, das Kinderhaus Sonnenschein mit verschiedenen Betreuungsangeboten, den Bau des Dorfplatzes, die Sanierung der Turnhallenstraße mit Wasser- und Abwasserleitungen, gefördert durch Zuschüsse des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum, sowie die Unterstützung privater Vorhaben durch Fördermittel umgesetzt.

Was ist Ihnen das Wichtigste?

Das Erhalten der Lebensqualität in Schlat.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Sehr konstruktiv. Es wird in sachlicher und zielgerichteter Weise für die Bürger in unserer Gemeinde gearbeitet.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Wir haben etwa bei der Entscheidung für den Anschluss der kommunalen Gebäude an eine private Hackschnitzelanlage unter Hinzuziehung eines Fachplaners gut zusammengearbeitet und ein überzeugendes Ergebnis erzielt. Wir haben das Fachwissen aus den Reihen des Gemeinderats einbezogen und die Prozesse für die Bürger auch immer transparent gemacht.

Wie sieht es mit dem Thema Energieeinsparung aus?

Wir in Schlat können beim Thema Energie stolz sein auf die Einsparung von 28 Tonnen CO2-Ausstoß jährlich bei allen kommunalen Gebäuden durch den Anschluss an die Hackschnitzelanlage. Erst kürzlich wurde die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt und dadurch eine Einsparung von etwa 80 Prozent erzielt.

Wie sieht es mit der Kinderbetreuung aus?

Wir haben seit Herbst 2013 im Kinderhaus Sonnenschein eine praktikable und bedarfsgerechte  Lösung gefunden, indem wir die vorhandenen Kindergartengebäude baulich verbunden haben. Bei der Betreuung bieten wir alle Formen bis zur Ganztagsbetreuung an und für die Schulkinder eine Nachmittagsbetreuung.

Welche Rolle spielen die Vereine und Institutionen?

Eine große. Hier findet vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit statt. Sehr viele Ehrenamtliche bringen sich in unterschiedlichen Gruppierungen und Institutionen ein. Dazu gehört auch der Einsatz für Feste wie unsere im Juli gefeierten dreitägigen Schlater Festtage und das alle zwei Jahre stattfindende Apfelfest. Ich freue mich über die insgesamt hervorragende Zusammenarbeit der Vereine untereinander und über verschiedene Kooperationen beispielsweise von Kinderhaus, Grundschule und Musikverein. Wir haben zudem einen „Ehrenamtsabend“ eingeführt, bei dem Bürgern für besondere Verdienste die Schlater Ehrennadel verliehen wird.

Wo ist Ihre kleine Gemeinde denn besonders zeitgemäß unterwegs ?

Da würde ich die Förderung und Vermarktung unserer regionalen Produkte, die wirtschaftliche Entwicklung und die Infrastruktur nennen sowie das Projekt „Lebensraum Wiesengewässer“ mit der Aufweitung von Bächen und außerdem auch die neuen Bestattungsformen.

Was meinen Sie mit wirtschaftlicher Entwicklung und Infrastruktur?

Durch wohlüberlegte Entscheidungen des Gemeinderats bei Grundstücksverkäufen konnte sich eine Physiotherapie-Praxis ansiedeln und wir konnten einen großen Betrieb im Ort halten. Aufgrund einer guten Durchmischung von Betrieben und Handwerk haben wir zufriedenstellende Gewerbesteuereinnahmen. Und wir sind dabei, für unsere hausärztliche Versorgung in Zusammenarbeit mit der Kreis­ärzteschaft eine gute Lösung zu finden.

Sie wurden 2010 als erste Frau im Landkreis in ein Bürgermeisteramt gewählt ...

Ich freue mich, dass wir im Landkreis inzwischen zu dritt sind und es in Baden-Württemberg immerhin schon 80 Bürgermeisterinnen in 1001 Städten und Gemeinden gibt.

Gudrun Flogaus wurde 2010 im  ersten   Wahlgang mit  77,9  Prozent der Stimmen zur   Bürgermeisterin der
1700-Einwohner-Gemeinde Schlat gewählt. Zur Wahl am 28. Januar nächsten Jahres tritt die Diplomverwaltungswirtin (56)  erneut an. Sie wuchs in Holzheim auf, wohnt in Faurndau und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“, wo sie den Landkreis vertritt, und außerdem stellvertretende Vorsitzende der „Touristikgemeinschaft Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf“. Vor ihrer Wahl in Schlat war Gudrun Flogaus im Kreissozialamt.

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