Einweihung der neuen Degginger Aussegnungshalle

Fast vier Jahre lang beschäftigten Planung und Bau einer neuen Aussegnungshalle die Gemeinde Deggingen: Nun wurde das Gebäude eingeweiht.

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  • Der Andachtssaal der Aussegnungshalle bietet Raum für 100 Sitzplätze. Über Lautsprecher können Trauerfeiern bei Bedarf auch ins Freie übertragen werden. : 1/2
    Der Andachtssaal der Aussegnungshalle bietet Raum für 100 Sitzplätze. Über Lautsprecher können Trauerfeiern bei Bedarf auch ins Freie übertragen werden. : Foto: 
  • Der „Raum des Abschieds“: Warmes Licht und dezenter Wandschmuck  sorgen für eine angenehme Atmosphäre. 2/2
    Der „Raum des Abschieds“: Warmes Licht und dezenter Wandschmuck  sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Foto: 
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Millionengrab“ hieß das Themenboot, das jüngst   beim “Na Baddla“ auf der Degginger Fils mit dem ersten Preis gekrönt wurde – eine Anspielung auf die Baukosten der neuen Aussegnungshalle auf dem Friedhof. „Damit kann ich leben“, sagte Bürgermeister Karl Weber am vergangenen Dienstagabend, als das nicht unumstrittene Gebäude in der Anwesenheit geladener Gäste – darunter Geistliche beider Konfessionen, Gemeinde- und Kirchengemeinderäte sowie Bestatter – eingeweiht wurde. Nicht alle Degginger hätten eingesehen, dass die Aussegnunghalle wirklich notwendig gewesen sei, räumte der Schultes ein. Doch Weber gab sich optimistisch:  „Nach den ersten zehn bis 20 Beerdigungen werden alle überzeugt sein.“

Die bisherige Situation – Verstorbene wurden vor der alten Leichenhalle im Freien ausgesegnet – sei unbefriedigend gewesen, führte Weber aus. Er erinnerte an den Lärm durch die Bundesstraße, die alte Lautsprecheranlage, die ständig durch Handysignale gestört worden sei, sowie den fehlenden Unterstand für die Trauergemeinde bei Regen oder Hitze. „Heute haben wir ganz andere Voraussetzungen für die Angehörigen.“

Am neuen Standort im Dreieck zwischen Dürrentalweg und Silcherstraße sei die Aussegnungshalle, die Platz für 100 Sitz- und 50 zusätzliche Stehplätze bietet, nun „optimal in den Friedhof eingebunden.“ Die große Fensterfront ermögliche eine direkte Blickbeziehung zum Friedhof, in Richtung Dürrentalweg sei das Gebäude dagegen gut abgeschirmt. Und die „Räume des Abschieds“ im hinteren Trakt der Aussegnungshalle seien weit entfernt von der sterilen Atmosphäre in der alten Kühlhalle. Das Gebäude habe „Aufenthaltsqualität, auch wenn es eine Aussegnungshalle ist.“

Die Baukosten für die Aussegnungshalle belaufen sich auf eine knappe Million Euro, von denen die Kommune 49 Prozent selbst schultern muss. 51 Prozent kommen aus dem Ausgleichsstock des Landes. Die Gemeinde habe sich für das Projekt nicht verschuldet, sondern etwas geschaffen, was  den Bürgern die nächsten 30 bis 50 Jahre dienen werde, bekräftigte Karl Weber.

Architekt Karl-Heinz Harder ging  bei der Einweihung noch einmal auf die Entstehungsgeschichte der Aussegnungshalle ein. Als Degginger sei er mit den Problemen bei der alten Leichenhalle – vor allem der Geräuschkulisse durch die Bundesstraße – vertraut gewesen. Er habe Beisetzungen erlebt, die deshalb teilweise „nicht würdevoll“ gewesen seien. 2014 hatte sich  der Gemeinderat nach einem Architektenwettbewerb für Harders Entwurf entschieden. „Der Weg zur Realisierung war holprig“, erinnerte er sich.

So brauchte die Gemeinde zwei Anläufe, bis Mittel aus Ausgleichsstock genehmigt wurden und wegen Beschwerden von Anwohnern habe man das Projekt mehrmals umplanen müssen. Das Vorhaben, eine Anlage für die Leichenwaschung in die Aussegnungshalle zu integrieren habe man schließlich ganz aufgeben müssen: Die Gemeinde sei mit dem Thema überfordert gewesen. Bei den Bauarbeiten selbst gab es schließlich Verzögerungen bei der Fertigstellung der Außenanlagen: Man sei auf eine Unmenge an nicht verzeichneten Kabelstränge gestoßen und sogar Eisenbahnschienen habe man ausgegraben.

 Info Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 30. Juli, können Interessierte die Aussegnungshalle  von 11 bis 17 Uhr besichtigen.

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