Heimatgeschichte: Das Kloster Adelberg

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Das Kloster Adelberg war im Mittelalter bedeutend für den Schurwald und hat auch die Region darüber hinaus mitgeprägt“, berichtet der Kreisarchivar Dr. Stefan Lang. 1178 wurde es von Volknand von Staufen, einem Dienstmann der Staufer, gegründet. Mitglieder des Prämonstratenserordens ­siedelten sich dort an. „Eigentlich ist das Kloster streng genommen nie ein Kloster gewesen, sondern ein Stift. Die Prämonstratenser sind alle Chorherren, also geweihte Priester mit einer entsprechenden Bildung“, erklärt Lang. „Sie waren auch in der Seelsorge tätig, wirkten in die Welt hinaus. Dadurch waren sie für Adelige als Stifter sehr attraktiv.“

Sie gehören zu den Reform­orden des 12. Jahrhunderts, ebenso wie beispielsweise die Zisterzienser. Apropos Zisterzienser: Bevor die Prämonstratenser nach Adelberg kamen, gab es zunächst den gescheiterten Versuch, dort Zisterzienser anzusiedeln. Auch die Ulrichskapelle stand schon vor der Ankunft der Prämonstratenser dort, sie ist 1054 geweiht worden. „Adelberg war übrigens ein Doppelkloster, bis 1476 die Frauen nach Lauffen am Neckar umsiedelten“, berichtet der ­38-jährige ­Kreis­archivar.

Zunächst gehörte das Kloster zum Einflussbereich der Staufer. So kam der für das Kloster zuständige Vogt von Hohenstaufen. 1188 besuchte der Stauferkaiser Friedrich Barbarossa mit seinen drei Söhnen anlässlich einer Altarweihe das Kloster. „Es gibt Anhaltspunkte, dass Barbarossas jüngster Sohn Philipp von Schwaben eine Zeit lang in Adelberg ausgebildet worden ist“, erzählt Stefan Lang. Nach dem Aussterben der Staufer geriet das Kloster dann unter württembergischen Einfluss.

„Das Kloster hatte großen Landbesitz. Mühlen, 17 Pfarrrechte, Weiler und Pfleghöfe gehörten dazu“, weiß der promovierte Historiker. Birenbach, Börtlingen, teilweise Oberwälden und das Nassachtal lagen im Herrschaftsbereich der Adelberger Chorherren.

„Im 15. Jahrhundert und Anfang des 16. Jahrhunderts war die Blütezeit des Klosters unter zwei Äbten der Familie Dürr aus Zell unter Aichelberg“, erzählt Lang. Es gab umfangreiche Baumaßnahmen, und auch in kultureller Hinsicht war diese Zeit eine Hoch­phase. „Das Kloster war aus wirtschaftlicher Sicht sehr stark. So gab es eine Bildhauerwerkstatt und in der Nähe eine Glasbläserwerkstatt.“ Die heutige Gemeinde Adelberg hieß bis 1851 übrigens Hundsholz. Ende des 15. Jahrhunderts ging die Ulrichskapelle an das Kloster Adelberg, dafür erhielten die Hundshölzer ihre eigene ­Pfarrkirche.

„Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster Adelberg wie auch das Kloster Lorch vom Gaildorfer Haufen geplündert. Ein Teil des Klosters brannte dabei wohl ab, wurde danach aber wieder aufgebaut“, sagt der Historiker. 1534/35 wurde das Kloster im Zuge der Reformation dann von Herzog Ulrich von Württemberg aufgelöst, die Steine der Klosterkirche wurden für den Festungsbau in Schorndorf benötigt. Allerdings schlugen die Katholiken 1547 unter dem habsburgischen Kaiser Karl V. noch einmal im Schmalkaldischen Krieg zurück, die Prämonstratenser kehrten bis 1565 nach Adelberg zurück. „Danach wurde das Kloster Adelberg in ein Klosteramt umgewandelt“, erzählt Stefan Lang.

Bis 1639, während des 30-Jährigen Krieges, gab es im Kloster noch eine Schule. „Dort war unter anderem auch der Naturphilosoph und Mathematiker Johannes Kepler Schüler.“ Später gehörte das Kloster zum Oberamt Schorndorf, 1938 kam es zum Landkreis ­Göppingen.

„Das Klostergelände auf einer Fläche von etwa sechs Hektar war eine eigene kleine Stadt. Heute sind davon noch die Ulrichskapelle, die Zehntscheuer, ein Getreidespeicher, der später das Jägerhaus wurde, und die Prälatur übrig geblieben“, erläutert der Kreis­archivar. Die Konventgebäude und die Klosterkirche sind verschwunden, beziehungsweise die Steine befinden sich in Schorndorf.

„Das Kloster Adelberg ist aus historischer und archäologischer Sicht ein richtiges Highlight“, meint Stefan Lang und fügt hinzu: „In archäologischer Hinsicht gibt es dort noch viel zu tun und das Kloster birgt noch viel Potenzial, um zu forschen.“

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