"Brauchen eine Ökonomie des Teilens"

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Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) und die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) hatten zur Veranstaltung "Diese Wirtschaft tötet . . ." in die Stadthalle Eislingen eingeladen. Der Theologe und Betriebsseelsorger Paul Schobel sprach über biblische und sozial-ethische Impulse für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem. Mit dem Satz "Diese Wirtschaft tötet . . ." hatte Papst Franziskus 2013 in einer Grundsatzerklärung schockiert und dem neoliberalen Kapitalismus den Kampf angesagt. Wie recht der Papst mit seiner Aussage hatte, zeigte der AfA-Kreisvorsitzende Klaus-Peter Grüner in seiner Begrüßung auf: Laut des kürzlich veröffentlichten Oxfam-Berichts besitzen mittlerweile ein Prozent der Weltbevölkerung so viel Vermögen wie die restlichen 99 Prozent zusammen.

Dass diese Entwicklung nicht nur ethisch unwürdig, sondern auch nicht zukunftsfähig ist, führte Paul Schobel in seinem Vortrag aus. "Arbeit ist eines der wertvollsten Elemente in der Kette der Schöpfung. Aber unsere Wirtschaft wird geleitet von Wettbewerb und Gier. Das macht den Wert der Arbeit zunichte", betonte Paul Schobel. Aufgabe der Wirtschaft sei es, gutes Leben zu ermöglichen - nicht nur für wenige. Stattdessen werde der Markt diktiert vom Gesetz des Stärkeren. Dabei sei durch die Hirnforschung belegt, dass kooperative Modelle effektiver seien als konkurrierende. Politik lasse sich vom Kapital leiten und trage eine Deregulierungspolitik mit. Für die Arbeit der Zukunft bedeute das: weg von festen Arbeitsverhältnissen, weniger betriebliche Mitbestimmung, keine Gewerkschaften.

"Wir müssen unser Augenmerk wieder auf die Armen dieser Welt legen. Wir brauchen eine neue Ökonomie - eine Ökonomie des Teilens", forderte Paul Schobel abschließend. Dann - so zeigte er sich überzeugt - könnten zwölf Milliarden Menschen auf unserer Erde gut und gerne leben.

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