Treffen der CDU-Regionalfraktion zum Thema Windkraft

Nicht nur der Artenschutz habe seinen Stellenwert bei der Auswahl von Windradstandorten, "auch die Menschen, die dort leben." Die CDU-Regionalfraktion sieht sich derzeit die Vorranggebiete für Windräder an.

WERNER SCHMIDT | 1 Meinung

Die CDU-Regionalpolitiker mit ihrem Vorsitzenden, dem Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer, trafen sich zum Thema Windkraft am Dienstagabend in Adelberg. Mit von der Partie waren nicht nur Kritiker der Planungen, sondern mit dem Wangener Bürgermeister Daniel Frey auch einer, der den Windkraftstandort auf seiner Gemarkung befürwortet. Vorgesehen sei diese auf dem Ex-Bundeswehrdepot zwischen Wangen und Schorndorf-Oberberken. Etwa 2000 Meter von der Wohnbebauung entfernt.

Ungefähr 200 Menschen kamen zum Treffen am Adelberger Klosterparkplatz. Unter ihnen waren zahlreiche in Bürgerinitiativen organisierte Windkraft-Gegner. Sie wiederholten ihre teils sehr emotionalen Argumente, sprachen den Infraschall an und verwiesen darauf, dass die Windräder in Baden-Württemberg nur an 13 von 100 Tagen in Betrieb seien. Die Dominanz in der Landschaft der mit Flügeln über 200 Meter hohen Windräder ist ein Argument, dem sich auch die CDU-Regionalfraktion nicht verschließt. Deshalb sei der Landschaftsschutz neben anderen Belangen wie Naturschutz sowie der Flugsicherheit zu berücksichtigen, sagte Pfeiffer.

Rund um Adelberg sind zwei Vorranggebiete geplant, mit - nach derzeitigem Stand - bis zu neun Windrädern. Gegen beide äußerte Adelbergs Bürgermeisterin Carmen Marquardt Argumente: Mit dem Gebiet, das die Bezeichnung GP 03 trägt, werde nicht nur der Erholungswert für den Menschen stark eingeschränkt. Durch ihren Standort verändere sich auch der Erholungsort Adelberg samt Kloster und der von vielen Menschen auch aus Stuttgart an den Wochenenden aufgesuchte Herrenbachstausee extrem.

Die Bürgermeisterin befürchtet außerdem, dass die nur etwa ein Kilometer Luftlinie vom Klosterpark entfernten Windkraft-Anlagen Einfluss auf die Entscheidungen der Investoren haben könnten, die dort Tagungshotels und Freizeitanlagen planen.

Der CDU-Abgeordnete Pfeiffer stellte zwar fest, dass mit den Windkraftanlagen die "Landschaft neu möbliert werde" und nicht jeder Standort geeignet sei: "Aber gute Standorte sollten gewählt werden. Es wird auch im Schurwald Standorte geben."

Die am Kaisersträßle möglichen Windräder würden nicht nur Adelberg, sondern auch das im Remstal gelegene Plüderhausen beeinflussen. Daher war der Reinhold-Maier-Turm in Börtlingen das zweite Ziel der Regionalräte. Aus 20 Metern Höhe blickten die Regionalräte auf den künftigen Standort, für den ein massiver Eingriff in den Waldbestand nötig werde: "Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass ich den Wald abholze, wenn ich ein Windrad baue", gab der stellvertretende Bürgermeister von Plüderhausen, Ulrich Scheurer, zu bedenken.

"Der Wind hat sich gedreht. Die Leute sind heute gegen Windräder", sagte Scheurer. Pfeiffer stellte fest: "Im Moment sind nach offiziellem Stand alle Ampeln auf Grün. Dann muss eben der Gemeinderat sagen: Wir sind zu einer anderen Betrachtungsweise gekommen.'"

1 Kommentar

30.07.2015 13:09 Uhr

Die verschwiegene Hintergründe des Protestes

Warum tut sich die Redaktion der NWZ so schwer, Bürger, die sich gegen die ausufernden Windkraftplanungen im Schurwald wehren, ernst zu nehmen?

Was ist daran emotional, wenn sich die Bürger von Berken beschweren, dass man Ihnen die Windmessungen vorenthält? Was ist daran emotional, wenn sie sich beschweren, dass ihnen bei der Abstimmung über die Windplanungen der Stadt Schorndorf nur ein Windrad gezeigt wurde und dann 6 Maschinen kommen sollen?

Was ist daran emotional, dass die Bürgerinitiative Stauferland darauf aufmerksam macht, dass sich das Erscheinungsbild des historischen Kernlandes der Staufer, wie sie in Gemälden der Landschaftsmaler des 18. Jahrhundert gezeigt wird, über die Jahrhunderte so erhalten hat und dass die Regionalvertreter ihre Verantwortung aus dem Artikel 3 der Landesverfassung wahrnehmen sollten, diese Landschaft für die kommenden Generationen zu schützen?

Was ist daran emotional, wenn der Verein Mensch Natur auf die Konsequenzen des weiteren Ausbaus der Windkraft hinweist: auf das Landschaftsbild, auf die naturschutzrechtliche Problematik, auf die Problematik der Immissionsschutzrechtlichen Fragen, auf das Problem der schwankenden Stromerzeugung und die daraus entstehenden finanziellen Aufwendungen? Was ist daran emotional, wenn politische Forderungen zur Energiewende gestellt werden?

Zudem stellt man fest, dass bei technischen Angaben ungenau zitiert wird. Es wurde ausdrücklich gesagt, dass Windkraftanlagen in Baden-Württemberg abstrahiert nur an 13 von 100 Tagen ihre Nennleistung liefern. Hier erwarte ich als NWZ-Leser, der bei der Veranstaltung dabei war, eine ausgewogene und richtige Berichterstattung.

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