Sportkreis will bei Integration von Flüchtlingen helfen

Der Sportkreis Göppingen schreibt sich die Aufgabe, Flüchtlinge zu integrieren, verstärkt auf die Fahnen.

SWP |

"Momentan sind es 2500, bis Ende des Jahres könnten wir 4200 Asylbewerber bei uns im Landkreis haben", meint der Leiter des Kreissozialamts, Rudolf Dangelmayr, der von "einer der größten Herausforderungen der Nachkriegsgeschichte" spricht. " Allerdings sind auf Grund der aktuellen politischen Entwicklungen Prognosen äußerst schwierig", sagte er während der jüngsten Informationsveranstaltung des Sportkreises Göppingen im Sparkassenforum der Kreissparkasse Göppingen.

Die Aufgabe, die bereits hier untergebrachten und neu hinzukommenden Flüchtlinge zu integrieren, hat sich der Sportkreis Göppingen jetzt verstärkt auf die Fahnen geschrieben. Dazu hat er sich den Württembergischen Landessportbund (WLSB) mit ins Boot geholt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der Sportkreis möchte der Integration durch den Sport einen kräftigen Anschub geben. "Sport ist eine gute Möglichkeit als Mittel zur Integration und zum gegenseitigen Kennenlernen", hob Sportkreispräsident Lothar Hilger hervor.

"Sport ist eine gute Möglichkeit zum Kennenlernen"

"Der Sport duckt sich bei der Integration nicht weg, es gibt bereits erste Erfolge", sagt Sportfunktionär David Scholz vom WLSB. Er gab einen umfassenden Überblick über praktische Möglichkeiten zur Integration wie Turniere in Flüchtlingsunterkünften, kostenlose Trainingsangebote oder Fußballnachmittage. Außerdem informierte er über Zuschussmöglichkeiten. Stiftungen, Firmen und Kommunen seien oft ebenfalls gerne bereit, Zuschüsse zu geben.

Eine wichtige Information betrifft den Abschluss von Versicherungen über die Sportverbände und den damit verbundenen Versicherungsschutz für Asylbewerber bei Veranstaltungen in den Mitgliedsvereinen. Dies reicht von der aktiven Teilnahme an Sportveranstaltungen und geselligen Treffen bis zu Besuchen von Sportveranstaltungen als Zuschauer.

Neuerdings können Flüchtlinge gegen einen kleinen Obolus gemeinnützige Aufgaben wie die Rasen- oder Platzpflege auf dem Sportgelände oder der Tennisanlage übernehmen. "Der Fußball ist ein schönes Spiel, das alle Sprachen spricht", unterstrich Silvia Schmidt von der SG Jebenhausen/Bezgenriet. Sie ermutigte die Vereinsvorstände und -vertreter, engagiert auf die Flüchtlinge zuzugehen, da diese keine Erfahrungen mit organisiertem Vereinssport haben. Ljubomir Petkovic von der Turnerschaft Göppingen berichtete von seinen Erfahrungen als ehemaliger Kriegsflüchtling vom Balkan und mit seiner eigenen Integration im neuen Land. Die Teilnahme im Vereinssport habe hierzu maßgeblich beigetragen, und er gibt diese Erfahrungen in der Turnerschaft Göppingen weiter. Der Vorsitzende des TV Holzheim, Hans Hohlbauch, schildert sein Angebot des Kinderturnens im Bodenfeld. Hier werden Flüchtlingskinder an das Kinderturnen herangeführt. Obwohl er wisse, dass die Kinder aus den Gemeinschaftsunterkünften nicht dauerhaft im Bodenfeld die Sportstunden ausüben könnten, so sei dies eine wichtige Grundlage für andere Sportarten und wecke erste Interessen für den Sport.

"Ich kann sie nur ermutigen, sich diesem Thema zu stellen. Es ist wichtig, dass jeder hier seinen Weg findet", resümierte der Sportkreispräsident. Auch plädierte Lothar Hilger dafür, dass der erste Schritt vom Verein ausgehen sollte, "da die Flüchtlinge sonst nicht wissen, wo sie sich hinwenden sollen".

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