Reisebüros: Terror beeinflusst Touristen

Göppinger Reisebüros rechnen mit Umbuchungen und Stornierungen für Türkeireisen. Reisen in den Nahen Osten und Ägypten sind bereits zurückgegangen. Spanien, Griechenland und Kreuzfahrten profitieren.

CASSANDRA KLEIN |

Nach dem Anschlag in Istanbul ist die Angst vor dem Terrorismus auch bei der Urlaubsplanung ein Thema: Reisebüros rechnen mit Einbrüchen bei Türkeireisen und bereiten sich auf Umbuchungen und Stornierungen vor. Das zeigt eine Befragung von örtlichen Reisebüros.

„Ich habe schon Bedenken, dass sich das Buchungsverhalten verändern wird“, sagt Michaela Zaiß, die Geschäftsführerin vom Reisebüro am Schillerplatz. Zwar waren bis Mittwoch noch keine aktuellen Umbuchungen oder Stornierungen von Türkeireisen vorgenommen worden, berichten die Göppinger Reisebüros. Allerdings hat beispielsweise Manfred Hegenloh von der Hegenloh Reisen GmbH schon im Jahr 2015 Rückgänge bei den Türkeireisen zu verzeichnen. Jetzt rechnet er „mit noch massiveren Einbrüchen“. Zuvor machten die Buchungen in die Türkei rund 30 Prozent aus, schätzt Hegenloh.

Auch nach dem Anschlag auf ein Touristen-Hotel in Tunesien im vergangenen Jahr seien viele Reisen in das Land storniert oder umgebucht worden, erzählt Andreas Carta, Büroleiter im Tui-Reisecenter. Seither habe er fast keine Buchungen mehr nach Tunesien zu verzeichnen. Ägypten sei ebenfalls „deutlich zurückgegangen“. „Da sind die Kunden schon vorsichtiger und zurückhaltender geworden“, bestätigt Ulrike Klemm vom Reisebüro Südwest Presse Hapag-Lloyd am Göppinger Spitalplatz.

„Die Kunden fragen bei Türkeireisen nach der Sicherheit, das ist schon ein Thema“, sagt Carta. Allerdings sei das schon länger der Fall. Sicherheit werde von den Kunden auch beim Buchen von Langstreckenflügen und bei der Auswahl der Fluggesellschaften thematisiert. Gerade im Fernreise-Bereich bei Langstreckenflügen, beispielsweise in die Karibik oder nach Thailand, spiele Komfort und Sicherheit eine wichtige Rolle, erklärt Andreas Carta.

Ulrike Klemm empfiehlt den Reisenden, zukünftig auf die Warnungen des Auswärtigen Amts zu achten. Letztendlich entscheide jedoch der Kunde, wohin die Reise gehen soll.

Wenn umgebucht werde, dann vor allem in den spanischen Raum. Allgemein seien die Balearen und die Kanarischen Inseln „als Alternativen sehr gefragt“, berichtet Ulrike Klemm. Auch Andreas Carta rechnet mit einer Verlagerung der Reiseziele. „Spanien, die Kanaren und Balearen sind deutlich im Trend“. Und vor allem die Kreuzfahrten würden immer beliebter. Diese würden allerdings besonders im westlichen Mittelmeer gebucht. Dagegen seien die Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer eher weniger geworden. Das gelte auch für Reisen in den Nahen Osten, erklärt Carta.

Verstärkt werden nun auch Italien und die griechischen Inseln gebucht, erzählt Michaela Zaiß. Reisen nach Portugal, Spanien oder auf die spanischen und griechischen Inseln werden wohl bald ausgebucht sein, so die Erwartung.

Fernreisen in den asiatischen Raum oder in die Dominikanische Republik seien außerdem eine beliebte Alternative, meint Reiseunternehmer Manfred Hegenloh. Vor allem wegen der vergleichsweise preiswerten Angebote seien diese Länder nun attraktive Urlaubsziele. Nach den bereits zuvor zurückgegangenen Buchungen für Ägypten und Tunesien sei außerdem mit günstigeren Angeboten für diese Länder, aber auch für die Türkei zu rechen.

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