Hündin Shiva stirbt in Börtlingen an Giftköder

In Börtlingen sind Hundebesitzer alarmiert: Die zehnjährige Hündin Shiva ist am Samstag vermutlich an den Folgen eines Fleischköders mit Schneckenkorn gestorben.

sas/dh |

Beate Black aus Börtlingen berichtete unserer Zeitung am Donnerstag am Telefon immer noch hörbar erschüttert vom Tod ihrer Hündin Shiva, die am Samstag bei einem Spaziergang offenbar vergiftetes Fleisch gefressen und an den Folgen gestorben war. Black war am Samstagvormittag gemeinsam mit einer Bekannten und mehreren Hunden auf ihrer üblichen Strecke von Börtlingen Richtung Breech spazieren. Ihr Labradormischling verschwand dabei unterhalb des Hofes Zürn zielstrebig im Wald und leckte sich die Schnauze, als sie kurz darauf zu ihrem Frauchen und den anderen Hunden auf den Weg zurück kehrte. "Ich konnte nicht sehen, was sie gefressen hat", sagt Black. Labradore seinen bekannt dafür "verfressen" zu sein und es sei auch schon vorgekommen, dass die Hündin beim Gassigehen zum Beispiel in einen Rossbollen gebissen habe. "Wir sind an dem lichten Wäldchen mit dem kleinen Bach schon hundert Mal vorbei gelaufen", berichtet die 56-Jährige. 

Als sie mit den Hunden gegen 11 Uhr bereits wieder zu Hause war, ging es nur Shiva plötzlich sehr schlecht: "Sie hatte explosionsartigen Durchfall, Krämpfe, Muskelzittern und Atemnot. Der ganze Hund hat vibriert - sie fühlte sich überspannt an und die Pupillen waren erweitert", beschreibt Beate Black den Zustand ihres Schützlings. Sie brachte die Hündin sofort zu einem Tierarzt nach Rechberghausen. Dieser vermutete Schneckenkorn und verabreichte Shiva Infusionen und Spritzen. "Am Abend ging es ihr zunächst etwas besser, als der Tierarzt gegen 19.30 Uhr noch mal anrief, sah es erst gut aus", erinnert sich ihre Halterin. Doch gegen 22 Uhr erbrach Shiva plötzlich Blut und starb noch im Auto auf dem Weg in die Tierklinik - vermutlich an Herzversagen und Atemlähmung.

Gefrierbeutel mit Fleischresten lag im Wald

Um andere Hundebesitzer zu warnen, schrieb Beate Black auf Facebook in der Gruppe "Filstal mit Hund" von dem Vorfall. Daraufhin erhielt sie sehr viel Zuspruch im Internet - aber auch von den Menschen in Börtlingen. "Die wissen, dass mein Hündin für mich ein Familienmitglied war", sagt die 56-Jährige. Auf der Suche nach Antworten durchstreifte sie am Donnerstag noch einmal ausgiebig das Wäldchen, an dem Shiva etwas gefressen hatte. Unter einem Baum fand sie schließlich einen aufgerissenen Gefrierbeutel mit teils gefrorenen Fleischresten und Teile von schon leicht verwesten Innereien. "Der Beutel lag nicht direkt am Weg, wo viele Spaziergänger mit Hunden vorbei kommen", beschreibt Black. Noch am gleichen Tag erstattete sie Anzeige bei der Polizei in Rechberghausen. Ein Polizeisprecher in Ulm bestätigte das auf Nachfrage.

Nun hofft sie durch das Bekanntwerden der Todesumstände ihrer Hündin, dass andere Hundehalter besonders wachsam sind und der mögliche Verursacher abgeschreckt wird. Beate Black selbst äußert keinerlei Vermutungen, wer und warum das Fleisch sich in dem Wäldchen befand. Bei der Aufklärung will Bürgermeister Franz Wenka helfen und hat den Fall zur Chefsache gemacht. Er will die Fleischreste von Experten begutachten lassen. Am Freitagvormittag befand er sich bereits auf dem Weg zur Polizei. „Ich will untersuchen lassen, ob der Köder gezielt gegen Hunde ausgelegt wurde“, sagte er. Der ganze Fall sei für ihn „überhaupt nicht nachvollziehbar“, meint Wenka. „Ich bin todtraurig, dass es in Börtlingen offenbar Menschen gibt, die so etwas machen.“

Nach Aussagen der Hundebesitzerin war die Hündin kurz im Wald verschwunden. Dort gilt wie überall im Wald allerdings ein Leinenzwang für Hunde. Auch Wenka glaubt, dass, wenn Hundebesitzer sich an diese Pflicht hielten, die Gefahr einer Vergiftung für die Tiere minimiert werden könnte, da Herrchen oder Frauchen dann immer in unmittelbarer Nähe ihres Hundes sind. Das war hier aber nicht der Fall. Ob und von wem die Fleischreste unter die Lupe genommen werden und wann die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist derzeit noch nicht absehbar. 

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