Gebraucht-Bücher der Lebenshilfe werden im Internet verkauft

Sie haben in einem Jahr an die 20.000 Bücher erfasst und etwa 14.000 davon bereits verkauft: Das Projekt "Gebraucht-Büchershop" der Lebenshilfe Göppingen floriert. Weitere Bücher sind erwünscht.

CLAUDIA BURST |

Vor einem Jahr ging es los. Christiane Paroch, die Leiterin der Werkstätten (WfbM) der Lebenshilfe Göppingen, hatte ein neues Projekt für die Werkstatt-Mitarbeiter in Eschenbach lanciert. Gebrauchte Bücher - gespendet aus der Bevölkerung - sollen in den Internet-Handel gelangen.

"Es floriert", freut sich heute der Eschenbacher Werkstattleiter Uwe Lang. Acht feste Arbeitsplätze sind in Eschenbach für das Projekt entstanden, darüber hinaus sind immer wieder Praktikanten mit dabei, die sich für diese Arbeit interessieren.

Die ersten Monate, erzählt er, hätten die Mitarbeiter erst einmal nur die Bücher erfasst. "Über 6000 - damit hatten wir einen hervorragenden Grundstock. Und unsere Leute viel Übung."

Seit Februar endlich funktioniert die Zusammenarbeit mit Amazon. "Allerdings nicht mit Lebenshilfe Göppingen als Büchershop", gibt er zu. Das liege an den Strukturen des amerikanischen Unternehmens, das einen Verein nicht als Firmenpartner anerkennt. "Wir waren ganz schön verzweifelt und dachten schon, unser ganzer Aufwand wäre umsonst gewesen und wir müssten unsere Mitarbeiter enttäuschen", gibt der Werkstattleiter zu. Die Lösung fand sich in der Zusammenarbeit mit dem Franchise-Nehmer "Buchmeister". Der stellt seine Software und die Berechtigung zur Zusammenarbeit mit Amazon zur Verfügung. "Jeder Kunde, der nach einem gebrauchten Buch bei Amazon sucht, kann jetzt auf den Buchshop ,Genau-mein-Buch stoßen. Dahinter verbergen sich lauter Institutionen, die - wie wir - mit Menschen mit Behinderung auf diesem Sektor arbeiten", erläutert Uwe Lang.

Inzwischen haben seine Mitarbeiter etwa 20.000 Bücher erfasst und 14.000 davon bereits verkauft. "In der Regel sind die Bücher nach zwei bis vier Wochen weg", informiert er. Eine Bilanz hat er noch nicht erstellt, "aber es ist kein Draufzahl-Job, es bleibt was hängen", ist er sich sicher. Wichtig sei vor allem, dass auf diese Weise attraktive Arbeitsplätze entstanden seien, die eine "sinnvolle Ergänzung zu unseren Werkstatt-Angeboten bilden".

Seine Mitarbeiterin Silke Maier, Gruppenleiterin im Eschenbacher Internet-Büchershop, kann kaum fassen, "wie sehr manche meiner Mitarbeiter an dieser Aufgabe gewachsen sind. Es ist verblüffend, welche Fähigkeiten sie in diesem Jahr entwickelt haben. Damit haben wir nicht gerechnet", sagt sie.

Uwe Lang macht darauf aufmerksam, dass Bücherspenden nach wie vor "mehr als erwünscht sind. Wir nehmen alles". Der Buchspender müsse nichts sortieren, das machten die Mitarbeiter. Alle Buchspenden könnten direkt bei den Werkstätten in Geislingen, Eschenbach und Heiningen angeliefert werden. "Nur abholen können wir die Bücher nicht", schränkt er ein.
 



Info Bücherspenden werden von Montag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr, angenommen. In Geislingen in der Lebenshilfe-Werkstatt, Grube-Karl-Straße 36, in Eschenbach (Industriegebiet Voralb), Schemelbergstraße 8 bis 10; in Heiningen, Heubachstraße 6 bis 10. Als Dankeschön gibt es Lesezeichen, die von den WfbM-Mitarbeitern selber hergestellt wurden.

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