Ein Musical für die ganze Familie

Derzeit laufen die Proben zu Cinderella auf Hochtouren. Ein Musical von Kindern des Musikvereins Bad Boll für Kinder und Erwachsene. Die musikalische Leitung haben Antje Häfner, Walter Popp und Kai Volz.

SABINE ACKERMANN |

Auch wenn es in der Schulaula noch erträglich ist, es ist zu warm. Genaugenommen sehr schwül, bis dato zählte der Samstag als heißester Tag des Jahres. Die Pfingstferien sind vorbei, am Montag beginnt die Schule und dennoch tummeln sich über 40 Kinder nicht im naheliegenden Freibad. Nö, Freibad ist langweilig, Cinderella ist da viel besser, selbst wenn Kai Volz ein klingendes "B" einfordert.

Der musikalische Leiter der Jugendkapelle sowie der drei Bläserklassen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinschaftsschule hält sein musizierendes Gegenüber liebevoll im Griff. War das klingende "A" der Flötenkinder gar nicht schlecht, stellt er dennoch nach weiteren Versuchen in puncto Tonleiter fest: "Das ist das Schöne an der Akustik, man hört alles, auch jeden Fehler. Also, alles auf Anfang", sagt er mit dem Wissen, dass er derzeit inmitten der "Findungsphase" urteilt. Trotzdem, unschwer lässt sich jetzt schon erahnen: das Musical wird richtig gut, frisch und lebendig mit vielen witzigen Einlagen.

Dominik nimmt's gelassen. Der Zwölfjährige spielt seit zwei Jahren die Posaune und er freut sich auf die Aufführung. "Cinderella? Find ich gut und mir macht das Spielen Spaß", bestätigt er. Vorausschauend hat Kai Volz sein junges Orchester mit dem Rücken zur Bühne platziert. "Wir sind Musiker, wie spielen. Es geht euch nichts an, was da oben auf der Bühne passiert", versucht der Dirigent mehr oder weniger von Erfolg gekrönt die Aufmerksamkeit hoch zu halten.

Mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten sei immer eine Herausforderung, weiß Antje Häfner, Leiterin der musikalischen Grundausbildung beim Musikverein. Die Musiktherapeutin hat Erfahrung mit Musicals und bewusst in die Erfolgsgeschichte der Cinderella moderne Elemente eingebaut, eigene Songs getextet und arrangiert.

Pfiffig haucht sie damit einem traditionellen Märchen neues Leben ein, ohne dieses zu sehr zu verändern. "Das Aschenbrödel soll nicht her, den Weg ich ihr komplett versperr. Sie ist nur schmutzig und nichts wert, keine Prinzessin, sie muss an den Herd. Probieren wird sie nicht den Schuh, auf meinem Hof ist das tabu", rapt die immer noch böse Stiefmutter, die übrigens der 14-jährige Kai verkörpert. Eine Frau zu spielen sei schon ein wenig schwierig, gibt er zu und auch Leonie und Theresa, beide 13, müssen sich, was den Charakter der zickigen Stiefschwestern betrifft, ganz schön umstellen. "Uns tut das Aschenputtel fast ein wenig leid", verraten sie, und werden von Luise, Christian und Julian in Beschlag genommen. Die Jüngsten haben gleich mehrere Rollen inne, so bereichern sie die Bühne als Vögel, Waldtiere und Volk. Zwischen Musik, Gesang und Schauspiel fungiert Oliver Reischach als Vorleser.

Info Premiere von Cinderella ist am 19.Juni um 17 Uhr in der Schulaula von Bad Boll, die zweite Aufführung am 21. Juni um 16 Uhr im Königssaal im Kurhaus. Eintritt frei. Spenden kommen der Jugendarbeit des Musikvereins zu Gute.

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