Buswartehäuschen werden vogelfreundlich

Die Stadt Göppingen hat drei Buswartehäuschen mit einer Siebdruckfolie nachgerüstet, damit Vögel nicht mehr gegen die Scheiben fliegen. Auch in Rechberghausen wurde jetzt diese Idee aufgenommen.

MICHAEL SCHORN |

Verglaste Buswartehäuschen können leicht zur Todesfalle für Vögel werden. "Im Raum Göppingen kommen so jährlich mehrere hundert Vögel um - vielleicht sind es auch tausende", schätzt Dr. Wolfgang Rapp, Vorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Ortsgruppe Göppingen. Und nicht nur kleinere Singvögel wie Rotkelchen, Finken und Meisen fliegen gegen die Scheiben von Buswartehäuschen. "Auch Greifvögel wie Sperber und einen Mäusebussard haben wir schon tot bei Wartehäuschen gefunden", erzählt Rapp. "Verglaste Aussegnungshallen sind übrigens auch ein Problem für die Vögel."

Dabei sei der Tod der Vögel, die die Scheiben häufig nicht erkannten, unnötig. "Der Druck auf die Vogelpopulationen ist bei uns durch die Lebensraumzerstörungen schon groß genug", meint Rapp. Daher freut es sich umso mehr, dass jetzt die Stadt Göppingen drei verglaste Buswartehäuschen mittels einer Siebdruckfolie nachgerüstet hat. Und zwar an der Jugendherberge in Hohenstaufen, in Lerchenberg sowie in Hohrein. "Dadurch sind die Scheiben der Buswartehäuschen für die Vögel erkennbar", erläutert der Nabu-Vorsitzende der Ortsgruppe Göppingen. Sehr dankbar sei er der Stadt Göppingen dafür.

Und auch Rechberghausen geht jetzt einen vogelfreundlichen Weg. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben die Bürgervertreter beschlossen, dass an der Haltestelle Panoramastraße noch in diesem Jahr ein Buswartehäuschen aufgestellt werden soll. Das Gremium sprach sich dafür aus, den Unterstand auf der gemeindeeigenen Grünfläche vor dem Gebäude Graf-Degenfeld-Straße 81 aufzustellen. Den Zuschlag dafür erhielt die Firma Mabeg aus Soest zu einem Preis von knapp 8400 Euro.

Zuvor hatte sich die Gemeindeverwaltung den Rat von Wolfgang Rapp eingeholt. Dieser hatte eine Punkt-Siebdruckfolie als Vogelschutz auf den Scheiben des Wartehäuschens empfohlen, der auch ohne Aufpreis bei der Firma Mabeg realisierbar war. "Wir sind durch einen Artikel in der NWZ im Frühjahr auf die Vogelproblematik aufmerksam geworden und haben daher den Nabu beteiligt", bestätigt Friedericke Mainx von der Gemeindeverwaltung Rechberghausen.

Auch in der Bürgerfragestunde des Gemeinderates Wangen kam dieses Thema auf. Gemeinderat Benjamin Christian fragte an, ob man das Buswartehäuschen an den Haieräckern in Wangen nicht mit der Punkt-Siebdruck-Folie nachrüsten könne, da dort viele Vögel von den benachbarten Streuobstwiesen verenden würden. Die Gemeindeverwaltung will sich nun über die Nachrüstungsmöglichkeiten informieren.

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