170 Kinder bei Dorffreizeit in Amstetten

An der Dorffreizeit des Evangelischen Jugendwerks in Amstetten nehmen rund 170 Kinder teil. Die Betreuer wollen ihnen Glauben näherbringen.

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  • Bei der Dorffreizeit des Evangelischen Jugendwerks im Alb-Distrikt sehen sich die Teilnehmer abends in der Aurainhalle in Amstetten eine Theateraufführung der Betreuer an. Die Erst- bis Siebtklässler kosten die letzte Woche ihrer Sommerferien beim Spielen, Basteln und mit gemeinsamen Ausflügen aus. 1/2
    Bei der Dorffreizeit des Evangelischen Jugendwerks im Alb-Distrikt sehen sich die Teilnehmer abends in der Aurainhalle in Amstetten eine Theateraufführung der Betreuer an. Die Erst- bis Siebtklässler kosten die letzte Woche ihrer Sommerferien beim Spielen, Basteln und mit gemeinsamen Ausflügen aus. Foto: 
  • Die zehnjährige Lilly aus Reutti baut einen "Regenmacher" aus Pappe, Nägeln und Steinen. 2/2
    Die zehnjährige Lilly aus Reutti baut einen "Regenmacher" aus Pappe, Nägeln und Steinen. Foto: 
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Rund 170 Kinder strecken die Arme in die Höhe. „Gemeinsam sind wir stark“, singen sie bei der Dorffreizeit des Evangelischen Jugendwerks im Alb-Distrikt. Die Aurainhalle in Amstetten ist abends der Treffpunkt für alle, die in dieser Woche bei der Freizeit dabei sind. Dort führen die Betreuer unter dem Motto „Nehemia – Gott baut auf, bau auf Gott“ ein Programm aus Musik und Theater vor.

An der Freizeit teilnehmen dürfen alle Kinder bis 13 Jahren, sagt Tobias Hoene. Er ist einer der Hauptverantwortlichen und seit sechs Jahren als Betreuer dabei. Ob sie evangelisch sind oder einer anderen Konfession oder Religion angehören, spielt bei der Aufnahme keine Rolle: „Jeder, der will, darf kommen“, sagt der 20-Jährige.

Tagsüber haben die Sechs- bis 13-Jährigen viel Zeit zum Spielen und Basteln. In Gruppen bauen sie kleine Werke, die sie anschließend mit nach Hause nehmen dürfen. Lilly hämmert mutig Nägel in eine Pappröhre, in die sie hinterher noch Steine einfüllen will. „Wenn ich die Röhre dann bewege, klingt das wie Regen“, beschreibt die Zehnjährige. Schon zum vierten Mal macht sie bei der Dorffreizeit mit, weil sie „jedes Mal was Neues“ erwartet. In diesem Jahr freut sich die Fünftklässlerin besonders auf die Ausflüge, die unter anderem in eine Lern- und Erlebniswelt in Heilbronn führen.

Mehr als 50 Helfer gestalten die Dorffreizeit in Amstetten. Täglich sprechen sie sich ab, um die Arbeit mit den vielen Teilnehmern zu koordinieren. „Uns ist wichtig, dass die Kinder selber was machen und nicht nur herumsitzen“, betont Tobias Hoene. Ruhigere Kinder aus der Reserve zu locken und aktivere etwas zu bremsen, sei eine Herausforderung für die Betreuer. Außerdem wollen sie erreichen, „dass die Kinder etwas von der Bibel mitbekommen“.

Aus einem Klassenzimmer der Lonetal-Gemeinschaftsschule dringen Säge- und Schleifgeräusche. Dort ist eine Gruppe Jungen mit dem Bau von Lautsprecherboxen beschäftigt. Mehrere Betreuer helfen ihnen beim Umgang mit den Werkzeugen und geben Tipps beim Bauen. Der zehnjährige Jannik steht am Schraubstock und sägt ein Holzstück zurecht. Sein Tischnachbar schmirgelt derweil Klötzchen sorgfältig mit Schleifpapier. Bei Alexander steht schon das Gerüst: „Da kommen noch Lautsprecher und die Kabel rein, die dann nach außen durchgezogen werden“, erklärt der 13-Jährige im Profi-Ton. In der Schule hat er schon einmal ein Auto aus Holz gebaut und sich dabei mit Schraubstock und Säge vertraut gemacht. „Wo ist mein anderes Seitenteil?“, ruft Jannik durch den Raum und sucht den Arbeitstisch ab.

Bei der Mädchengruppe, die in einem anderen Raum Fotoalben bastelt, geht es ruhiger zu. Die zwölfjährige Laura sprenkelt Wasserfarbe mit einem Pinsel über ihren Buchumschlag, an einem anderen Tisch schneidet Lea Bilder aus einer Zeitschrift, um sie aufzukleben. Die 13-Jährige aus Hofstett lässt seit der ersten Klasse keine Dorffreizeit aus. „Da wird’s nie langweilig, man macht ja jedes Jahr was anderes“, sagt sie.

Um das Programm für die Freizeitwoche zu planen, trifft sich das Betreuerteam ab März oder April immer wieder. „Wir tragen Ideen zusammen und verteilen die Aufgaben“, erklärt Hoene. Dabei achten er und seine Kollegen besonders darauf, dass das Programm jedes Jahr eine Abwechslung bietet. Bastelmaterial und die Ausflüge bezahlen sie mit den Beiträgen der Teilnehmer, Zuschüssen und Spenden.

Neugierig blicken die 170 Kinder auf die Bühne in der Aurainhalle, auf der die Betreuer ein Theaterstück zur Nehemia-Geschichte aufführen. Zwei von ihnen beschützen die Stadtmauer aus Schuhkartons vor Feinden, die das Bauwerk mit Spraydosen verschandeln wollen. In der Bibelgeschichte hilft Gott beim Wiederaufbau des zerstörten Jerusalems. „Die Kinder sollen wissen, dass das alles gar nicht so weltfremd ist und dass sie auch heute noch auf seine Hilfe bauen können“, sagt Hoene.

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