15 Interessierte begeben sich auf Kunstspaziergang mit Ruth Messer

Rund 15 Kunstinteressierte nutzten am Sonntagnachmittag trotz schweißtreibender Temperaturen die Gelegenheit zum Kunstspaziergang durch Rechberghausen. Ruth Messer erläuterte Werke ihres Mannes.

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Unter der Leitung seiner Ehefrau Ruth Messer unternahmen zahlreiche Kunstfreunde einen Skulpturenspaziergang zu Arbeiten Guido Messers.  Foto: 

Eine große Skulpturen-Ausstellung präsentiert derzeit Guido Messer in Rechberghausen. Seine Werke sind im Freien an verschiedenen Stellen in der Gemeinde und im Landschaftspark zu bewundern. In der Kulturmühle sind rund 50 Kleinskulpturen ausgestellt. Der Kunstspaziergang mit seiner Ehefrau und Mitarbeiterin Ruth Messer startete am Rathaus, wo die mittlerweile als "Schwiegermütter" bekannten Skulpturen schon vielen Neuvermählten ein Fotomotiv boten. Eigentlich heißt die elegante Stelenreihe mit den weiblichen Halbfiguren, bei denen sich der Künstler auf die Charaktere konzentrierte, jedoch "Einigkeit macht stark - Persil bleibt Persil". Ruth Messer verriet, warum - dennoch entspann sich bei den Teilnehmern des Kunstspaziergangs ein reges Gespräch über die Schwiegermutterproblematik. Beim "Sitzenden Mädchen", ein Porträt im weiteren Sinne, habe die damals 13-jährige Tochter Modell gesessen, erklärte Ruth Messer und machte deutlich: "Ihr steht bereits die Zukunft ins Gesicht geschrieben. Der Block aus dem sie schon ein Stück herausgelöst ist, symbolisiert das Elternhaus, die Farbe blau des Kleides steht dafür, was kommen wird."

Die "Variationen in Rot" zeigen einen hochnäsig wirkenden Herrn mit rotem Schlips, umgeben von zwei paar Frauenbeinen mit roten Highheels und zwei Mopsköpfen mit roter Halskrause. Alles steht auf verschiedenen Ebenen auf einer Art Schachbrett. "Wer sind wir eigentlich?" Zum Nachdenken darüber sollen "Die drei Maskierten" im Landschaftspark anregen. Was ist echt, was aufgesetzt?

Auch das "Blaue Nashorn" mit dem lieblichen Gesicht soll zum Nachdenken anregen. Was macht der Mensch aus der Natur und den Tieren? Bei "Die Obacht" sitzen vier wie geklont wirkende blaue Herren im Anzug mit großen Köpfen und zusammengekniffenen Knien auf einem 2,50 Meter hohen Gestell. Sie haben alles im Blick. Geben sie Obacht oder beobachten sie alles? "Die Skulptur ist in den Jahren 2005/06 entstanden, lange bevor Frau Merkel ausspioniert wurde", erklärte Ruth Messer und stellte belustigt fest, dass die Werke ihres Mannes häufig dazu angetan seien, im Laufe der Zeit neue Bedeutungen zu gewinnen. "Mit Schal" heißt die Figur vor dem Eingang zur Kulturmühle. Mann oder Frau? Die einen sagen so, die anderen so und auch Ruth Messer kann keine Auskunft geben. Das Geschlecht ist nicht wichtig.

In der Kulturmühle sind unzählige weitere Werke zu sehen, die zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel die mit Kopfhörern versehenen Babyköpfe. "Auch ein Thema das neue Bedeutung gewonnen hat", erklärte Ruth Messer. Anfang der 1980er Jahre entstanden, sollten sie eigentlich symbolisieren, dass Musik bereits im Mutterleib die Entwicklung fördere. Heute stehe die Skulptur eher für Dauerberieselung und Kinderaufbewahrung.

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