10 Minuten am Boßler: Kaffeepause mit Weitsicht

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Ein lautes, dumpfes Knacken unterbricht die Stille. Zwei bange Blicke links über die Schulter. Oben in den Baumkronen löst sich ein Ast und fällt zu den Ästen unter ihm. Am Gipfel des Boßlers weilt zu dieser Zeit sonst niemand. So befindet sich auch niemand in Gefahr, wenn die Erdanziehungskraft morsches Holz nach unten zieht. Am Vortag fegte ein Gewitter mit starkem Regen über die Region. Kein Wunder, dass die Bäume instabil sind.

794 Meter über dem Meeresspiegel befindet sich die Bank, auf der Wanderer Halt machen können. Davor ein paar Steine, der steile Abhang getarnt mit grünem Laub. An diesem Vormittag kommen nicht viele auf die Idee, hier oben einen Kaffee aus der Thermoskanne zu trinken, doch nach fünf Minuten nähern sich Zwei in Funktionskleidung dem Aussichtspunkt. Sie unterhalten sich leise, genießen nach einem freundlichen Hallo den Ausblick über die Landschaft und gehen weiter ihres Weges. Zum Häringer Berg? Richtung Boßlerhaus, das heute aufgrund des fehlenden Hüttendienstes geschlossen bleiben muss?

Die Limburg bei Weilheim mit ihrem sanften hellgrünen Häubchen scheint zum Greifen nahe. Dahinter Richtung Teck zieht ein Segelflieger seine Bahnen. Der Himmel zeigt sich in einem ­satten Blau und fast wolkenlos. Bis auf den Samstagsverkehr auf der Autobahn weiter unten am Hang ist wieder Stille eingekehrt. Ihn ­hörte man den ganzen Weg bergauf. In Serpentinen ging’s vom Deutschen Haus durch den Wald aus nach oben. 20 Minuten knackiger Anstieg auf matschigem Untergrund. Eine Schnecke nach der anderen querte den Weg, Spinnweben im Gesicht für denjenigen, der voraus geht.

Die Gegend rund um den Boßler lädt zu weiteren Touren ein. Zum Fuchseck sind’s nur 10 Kilometer, zum Wasserberg ein bisschen mehr als 13. Sagen die Wegweiser, die auch auf den HW1 und den HW7 – zwei Wanderwege mit unterschiedlichen Symbolen – hinweisen. Auch der 100 Kilometer lange Albtraufgängerweg führt am ersten Tag von Wiesensteig zum Reußenstein und weiter am Boßler vorbei hinab zum Deutschen Haus.

Die Sonne blinzelt inzwischen immer stärker durch das Laub der Bäume. Nach zehn Minuten und jeweils einer Tasse Kaffee geht’s weiter. Dann auch mit mehreren Begegnungen – nicht nur tierischer Art.

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