Therapeut mit Hundefell

Wenn genügend Spenden fließen, können die Kinder des Heininger Lebenshilfe-Kindergartens weiterhin von der tiergestützten Therapie profitieren.

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Jede Woche Besuch vom Therapiehund: Spenden der NWZ-Leser haben im Heininger Lebenshilfe-Schulkindergarten ein Jahr lang tiergestützte Therapie für alle Kinder ermöglicht. Nun hoffen die Eltern, dass das Angebot ein weiteres Jahr finanziert werden kann.  Foto: 

Chevivo grunzt genüsslich und dreht sich wohlig auf den Rücken. Fünf Kinder sind dabei, ihn zu bürsten und der Golden Retriever scheint es zu genießen. Dankbar schleckt er den Kleinen im Gegenzug die Finger sauber. "Das ist für Chevivo Wellness pur", lacht seine Besitzerin Jutta Friedel. Sie kommt mit ihrem ausgebildeten Therapiehund jede Woche für eine Stunde in die Kindergartengruppe von Isolde-Martina Trengert. Efecan, Karolina, Umut, Nicolas und Leonie freuen sich, wenn "ihr Hund" kommt, um mit ihnen zu spielen. Für die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist der Kontakt mit dem Hund in vieler Hinsicht förderlich.

Im kontinuierlichen Umgang mit dem Hund werden nicht nur Ängste und Hemmungen abgebaut, die Selbstüberwindung und die taktile Wahrnehmung gefördert. Der Wunsch, das Tier zu berühren, mit ihm zu spielen und zu kommunizieren, lockt bei den Drei- bis Sechsjährigen häufig auch Selbstaktivität hervor. Der Umgang mit dem Hund ermöglicht ihnen neue Erlebnisse und Entwicklungsmöglichkeiten. "Wer will unter Chevivo durchschlüpfen?" Jutta Friedel, die auch als Ergotherapeutin bei der Lebenshilfe tätig ist, blickt fragend um sich. Sofort steht Efecan auf und geht auf Chevivo zu. Leonie traut sich das noch nicht, aber sie lässt Chevivo durch ihre Beine schlüpfen. Leckerlis geben, streicheln, schmusen, spielen, den Hund zum Suchen auffordern - Jutta Friedel hat sich allerhand Spiele ausgedacht. Die Therapeutin besucht auch die anderen drei Kinder-Gruppen in Heiningen mit einem Hund. Sie besitzt weitere Therapiehunde und setzt sie dem Gruppencharakter entsprechend ein. Chevivio ist beispielsweise ein sehr ruhiger und sehr geduldiger Hund.

Ins Leben gerufen wurde die tiergestützten Therapie von einer Elterninitiative. Da sie nicht über gesetzliche Leistungen abgerechnet, sondern über Spenden finanziert wurde, kam nur ein Teil der Kinder in den Genuss der speziellen Förderung und das auch nur in größeren Abständen. Bereits im vergangen Jahr machten Spendengelder der "Guten Taten" es möglich, dass alle vier Gruppen in Heiningen jede Woche Hundebesuch bekommen. "Beständigkeit und der Gewöhnungseffekt sind wichtig, damit die Kinder in ihrem individuellen Tempo von der Beobachtungs- in die Kommunikationsebene wechseln können", erklärt Jutta Friedel und hofft zusammen mit der Bereichsleiterin Kathrin Schurr darauf, dass die "Guten Taten" die Finanzierung ein weiteres Jahr sichern können.

"Eines der Kinder hat nichts gegessen, als es zu uns kam", berichtet die Erzieherin über einen der Erfolge, "über das Füttern des Hundes kam es selbst zum Essen." Mittlerweile ist eine Stunde vorbei. Es heißt Abschied nehmen für heute und Chevivo gibt allen brav die Pfote. Leonie guckt skeptisch, Karolina strahlt und Efecan vergräbt ein letztes Mal sein Gesicht im Hundefell.

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