Konzert der Superlative riss Publikum mit

Es war ein mitreißendes Konzert, das die Zuhörer begeisterte: Das Landespolizeiorchester Baden Württemberg, eines der renommiertesten und vielseitigsten Blasorchester, spielte im Uditorium ein Benefizkonzert zugunsten der "Guten Taten" der NWZ. Auch die Stargäste Verena Nübel und Cherry Gehring überzeugten.

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Das Landespolizeiorchester Baden Württemberg ist im Uhinger Uditorium kein unbekanntes Ensemble. Es gehört zu den renommiertesten Blasorchestern, das durch seine Vielseitigkeit besticht. Am Freitagabend waren die Musikerinnen und Musiker zu einem Benefizkonzert aus Anlass der "Guten Taten" der NWZ im Uditorium zu Gast mit einem ganz unerwarteten Programm für ein Blasorchester. Helge Thiele von der NWZ begrüßte das Publikum und die Musiker zu einem mitreißenden Abend.

Wow! Was für ein Sound gleich bei ihrem ersten Musikstück, der Ouvertüre zu den "Romanian Dances" von Thomas Doss! Da sprang der Funke unmittelbar nach den ersten Takten auf das Publikum über, es nahm gleich musikalische Fahrt auf.

Stefan R. Halder, Dirigent des LPO und Dozent an der Fachhochschule für Musik in Trossingen, riss das Publikum vom ersten Ton an mit und spornte seine Musiker mit seiner lebendigen und fast akrobatischen Art, mit dem ganzen Körper zu dirigieren, zu Höchstleitungen an, sodass gleich beim ersten Musikstück klar war, dass dieser Abend zu einem besonderen Erlebnis werden sollte.

Nach diesem fulminanten Auftakt hatte die Sängerin Verena Nübel ihren ersten Auftritt, die mit ihrer großartigen Stimme die nächsten Höhepunkte des Abends gestaltete. Geschichten erzählen war die Intention des Programms, was eindrucksvoll und mit viel Einfühlung in einem bewegenden "Best of Amy Winehouse" und zwei neuen Arrangements des jungen Komponisten Tobias Becker "I will survive" und "Through the fire" gelang.

Überhaupt hat die Förderung junger begabter Komponisten und Arrangeure wie Becker oberste Priorität des Dirigenten und des LPO. In seiner charmanten und herzlichen Art führte der Dirigent selber durch das abwechslungsreiche Programm. Immer wieder zeigten einzelne Musiker, was sie auch solistisch draufhatten, besonders seien da die Klarinette, die E-Gitarre und das Piano erwähnt, auch einzelne Stimmgruppen, wie die Blechbläser oder das Schlagwerk hatten ihre grandiosen Auftritte.

Das Programm, das an diesem Abend zum Vortrag kam, war geprägt von den modernen Rhythmen großer Künstler wie Stevie Wonder, Amy Winehouse und anderen berühmten Gruppen mit einem hohen Wiedererkennungseffekt, sodass das Publikum begeistert mitklatschte.

Als dann noch Cherry Gehring auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr, der Saal kochte und "I wish" "Sir Duke" gerieten zu einer willkommenen Reminiszenz für den großen Stevie Wonder. Vor der Pause intonierte das Orchester noch das Finale der "Romanian Dances" von Thomas Dross und schloss damit grandios den Reigen des ersten Teiles.

Nach der Pause stand ein weihnachtliches Musikstück auf dem Programm. Der Arrangeur Thomas M. Förster, der selber am Piano saß, begleitete sein "Les Anges dans nos Campagnes", ein strahlendes Gloria, das das Ensemble stimmungsvoll darbot mit schönen Soli von Trompete und Klarinette. Das Publikum feierte den Arrangeur und das Orchester mit Bravo-Rufen und lang anhaltendem Zwischenapplaus.

Anschließend sang Verena Nübel weitere Arrangements von Tobias Becker, wie den Tina Turner Song "River Deep Mountain High" oder das überaus lyrische und bewegende "Roads" von Johannes Brecht. Immer wieder überzeugte sie mit ihrer kraftvollen Stimme auch in den leisen, filigranen Tönen, die das Orchester gekonnt und angemessen begleitete. Orchester und Solisten bildeten eine schöne Einheit, die besonders im Duett "With a little help from my friends" zum Tragen kam. Perfekt aufeinander abgestimmt, war das sicher einer der bewegendsten Höhepunkte des Abends.

Immer wieder hatte das Publikum den Eindruck, eine weitere Steigerung kann es nicht geben. Dann setzte das LPO doch noch eins drauf. Im Beatles Medley am Ende erklangen alle bekannten Beatle-Songs, die das Orchester selbst mit viel sichtbarem Engagement und großer Begeisterung erklingen ließ. Große Ausstrahlung, filigrane Gestaltung und unglaublich rasante Rhythmen von "Do you need anybody" über ein ans Herz gehende "Yesterday" bis hin zu einem schwungvollen "Lady Madonna", alles war dabei. Wieder taten sich Solisten aus dem Ensemble hervor an der Trompete und der Oboe, ein starker Sound, der vom Publikum begeistert beklatscht wurde.

Vor lauter Begeisterung kam der Dirigent am Schluss über sein eigenes Programm etwas ins Schleudern und musste nachfragen, wann denn die Blumen kommen. Auch diese legere Art des Umgangs prägte den Abend und die Stimmung, die fast schon familiär war. Natürlich gab es die Blumen für die Akteure des Abends am Schluss, überreicht von Renate Drummer und Helge Thiele von der NWZ, nicht zuletzt aber einen großen, lang anhaltenden Beifall des Publikums, das sich so zwei Zugaben erklatschte.

Dafür kamen die beiden Solisten Verena Nübel und Cherry Gehring noch einmal auf die Bühne, die das "Baby, it's cold outside" humoristisch in Szene setzten und damit einen tollen Schlusspunkt ihres Auftritts in Uhingen markierten. Dann - wie hätte es auch anders sein können bei einem Neujahrskonzert! - der Abschluss, auf den der ganze Saal schon gewartet hatte, - nämlich der berühmte Radetzkymarsch, der es noch einmal richtig krachen ließ. Ein mitreißendes Konzert also, genauso wie es sich die Macher der "Guten Taten" gewünscht hatten.

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