Zwischen Design und Kunst

Arbeiten des Stankowski-Preisträgers Kilian Stauss und des segelnden Künstlers Daniel Beerstecher sowie Louis M. Eilshemius' 84 Jahre altes Pamphlet sind ab Sonntag in der Kunsthalle Göppingen zu sehen.

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  • Oben: Die Fotografie "Samentütenhalter" stammt von Kilian Stauss, Preisträger der Stankowski-Stiftung 2015. Unten: Daniel Beerstecher segelte 2014 mit einem Schiff auf vier Rädern von Patagonien bis Buenos Aires. Fotos: Kilian Stauss/Erik Schimschar 2/2
    Oben: Die Fotografie "Samentütenhalter" stammt von Kilian Stauss, Preisträger der Stankowski-Stiftung 2015. Unten: Daniel Beerstecher segelte 2014 mit einem Schiff auf vier Rädern von Patagonien bis Buenos Aires. Fotos: Kilian Stauss/Erik Schimschar
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Gleich drei Ausstellungen zeigt die Kunsthalle Göppingen bis zum 31. Mai in ihren Räumen in der Marstallstraße 55.

Professor Kilian Stauss ist Preisträger der Stankowski-Stiftung 2015. Der Stankowski-Preis ist ein international renommierter Preis, der Künstler und Designer auszeichnet, die "frei und angewandt", Kunst und Design in ihrem Werk verbinden. Die Ausstellung hat den Titel "prozesse formen", weil sie Gestaltung als Prozess versteht im Sinne von Anton Stankowskis Diktum "Ästhetik ist Ordnung". In der Ausstellung werden Gestaltungsprojekte vorgestellt, Kilian Stauss hat Gegenstände gestaltet, die zu gebrauchen sind und gleichzeitig alle Qualitäten einer Skulptur haben. Das Thema der Ausstellung ist Gestalten zwischen Kunst und Design. Heutige Fragen des Designs werden aufgezeigt, in vielen Fotografien geht es um die Sicht, um das Bild des gestalteten Gegenstands, und da werden die Grenzen zwischen Design und Kunst fließend.

Kilian Stauss (geb. 1969) ist der Sohn des Architekten und Designers Eberhard Stauss. Er studierte an der Kunstakademie in Stuttgart und in Mailand am Istituto Europeo di Design. Kilian Stauss entwirft, forscht und experimentiert, entwirft Modelle, und lehrt - von all dem ist in der Ausstellung viel zu sehen. Stauss ist Professor für "interior design" an der Hochschule in Rosenheim. Zu seiner Ausstellung und der Verleihung des Stankowski-Preises 2015 erscheint ein Buch.

Daniel Beerstecher (geb. 1980) lebt und arbeitet in Rio de Janeiro in Brasilien. Sein Projekt Land-Sailor steht im Mittelpunkt der Ausstellung: eine Videoarbeit, Collagen und das Schiff sind zu sehen. 2014 segelte der Künstler mit einem Segelschiff auf vier Rädern in Argentinien auf der berühmten Straße E 40 von Patagonien bis Buenos Aires. Die Besucher sehen Bilder von der bizarren Bergkette und der Weite der Landschaft - und darin das Abenteuer des Künstlers.

Daniel Beerstecher hat sich das Unterwegssein, das Wandern zum künstlerischen Prinzip gemacht. Alle seine Unternehmungen sind Wanderungen, Expeditionen, und er versteht jedes seiner Projekte als eine "Versuchsanordnung", in der er auf seine Weise einen Ort, eine Gegend erlebt. In Daniel Beerstechers Video-Filmen, in seinen Collagen und Installationen geht es immer wieder um das starke, poetische, künstlerische Bild.

Im Kunstkabinett C 1 findet man das Pamphlet von Louis M. Eilshemius von 1931. Damit zeigt die Kunsthalle Göppingen Kunstgeschichte, denn dieses Pamphlet hat es in sich. In ihm werden auf originelle Art die Grundlagen formuliert für die performative Malerei, für das action painting, wie Jackson Pollock, Franz Kline in den USA und KRH Sonderborg in Deutschland dies später in ihren Kunstwerken praktiziert haben.

Eröffnet werden die Ausstellungen am Sonntag ab 18 Uhr. Für Kilian Stauss spricht Tobias Glaser, Design-Manager aus München, zu Daniel Beerstecher Kunsthallenleiter Werner Meyer, zu Louis M. Eilshemius' Pamphlet die Kunsthistorikerin Katharina Neuburger.

Info Öffnungszeiten der Kunsthalle Göppingen, Marstallstraße 55:

Di. bis Fr. 13-19 Uhr, Sa., So. und

Feiertage 11-19 Uhr.

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