Zuwendung für Asylbewerber

Vor rund neun Monaten sind Asylbewerber in die ehemaligen Obdachlosenunterkunft in Ebersbach eingezogen. Die Stadt und Ehrenamtliche helfen nach Kräften, um ihnen das Einleben zu erleichtern.

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Mit rund 60 Menschen ist die ehemalige Obdachlosenunterkunft im Ebersbacher Gewerbegebiet Strut voll belegt mit Asylbewerbern. Sie kommen aus aller Herren Länder: dem Iran, Gambia, Afghanistan, Sri Lanka, "viele kommen aus Staaten der Russischen Förderation wie Tschetschenien und Georgien", erklärt der städtische Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement, Dietmar Vogl.

Familien mit Kindern, aber auch Alleinstehende leben hier auf engstem Raum zusammen und warten darauf, dass ihre Asylanträge entschieden werden. "Eine angespannte Situation", weiß Sonja Hollandt, eine von zehn Ehrenamtlichen, die den Gestrandeten dabei hilft, sich in der Fremde zurechtzufinden. "Es ist uns wichtig, die Menschen in die Stadt einzubinden", betont Vogl. Dazu ist eine ganze Reihe von Angeboten geschaffen worden. Ehrenamtliche Dozentinnen bieten Deutschkurse an, die Hardtschule hat zwei Klassen eingerichtet, in denen die Kinder Deutsch lernen. Eltern mit kleinen Kindern sind an den Familientreff oder ins Kinderturnen beim Turnverein vermittelt worden, zählt Vogl auf. Jungs aus der Unterkunft kicken inzwischen aber auch in Jugendmannschaften des Sportvereins oder gehen ins Ringertraining.

Soweit es möglich sei, versuche man Struktur in den Alltag zu bringen, für Beschäftigung und Ablenkung zu sorgen. Arbeitsangebote im Rahmen eines sogenannten Ein-Euro-Jobs würden überwiegend dankbar angenommen. So packten fünf junge Männer zwei Tage beim Umzug des Museumsarchivs mit an oder jobbten in der Stadtgärtnerei. Die Erfahrungen sind gemischt. "Es funktioniert gut, wenn Bezugspersonen da sind, die sich kümmern", sagt Dietmar Vogl.

Einer geregelten Arbeit stünden jedoch oft eine ganze Reihe Probleme entgegen. Viele der Gestrandeten seien traumatisiert oder psychisch krank "und die meisten kennen es nicht, nach dem Kalender zu leben", weiß Sonja Hollandt. Nicht mehr verzichten möchte die rührige Ebersbacherin auf die sieben jungen Männer, die sie regelmäßig im Gebrauchtbuchladen des Vereins "Bücher tun Gutes" einspannt.

"Die Leute sind sehr dankbar für die Zuwendung", sagt Hollandt, die sie in ihrer Situation dringend benötigten. Das Warten auf die Bescheide sei zermürbend und "unsere Strukturen sind nicht für Menschen gemacht, die damit gar nichts anfangen können". So hat Hollandt einen Behördenmarathon hinter sich, um eine Zwölfjährige in einer Schule für Lernbehinderte unterzubringen. "Der Aufwand wäre für den Sozialarbeiter in der Einrichtung nicht leistbar", erklärt Dietmar Vogl. Manchmal kommen auch die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen. "Aber man bekommt einiges zurück", sagt Hollandt, die bei ihren Besuchen in der Strut mit "überwältigender Gastfreundschaft" empfangen wird "und ich lerne jeden Tag dazu", sagt die Ebersbacherin.

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