Zuschüsse für Radrouten

Der Kreis will das Radverkehrsnetz ausbauen. Mittel werden dafür in den Haushalt eingestellt. Zwei Projekte hat der Ausschuss nun genehmigt.

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Der Kreis Göppingen möchte fahrradfreundlicher werden. Dafür sollen nun die Voraussetzungen für den Verkehr auf zwei Rädern verbessert werden. Aus diesem Grund hatte die Kreisverwaltung im vergangenen Jahr eine Radverkehrskonzeption entwickelt, die künftig als Leitfaden gelten soll. Jetzt geht es an die Umsetzung.

466 Verbesserungsvorschläge kamen auf diese Weise zusammen. Die Kosten dafür werden auf 17 Millionen Euro geschätzt. Doch der Kreis muss nicht die gesamte Summe stemmen. Auf Bund und Land entfallen 40 Prozent, auf die Träger Kreis und Kommunen etwa 60 Prozent der Kosten. Die Verwaltung hatte für die Haushalte ab 2012 jeweils 100 000 Euro für die Förderung des Radverkehrs eingeplant. Der Vorschlag der SPD-Kreistagsfraktion, den Betrag auf 150 000 zu erhöhen, wurde vom Gremium abgelehnt. "Wir müssen in diesem Jahr erst einmal Erfahrungen machen, dann können wir neu planen", erklärte Thorsten Rösch, im Landratsamt zuständig für Verkehrsplanung und Radverkehr, den Mitgliedern des Ausschuss für Umwelt und Verkehr. Dorothee Kraus-Prause von den Grünen meinte, die Anträge der Kommunen gingen erst ab Mitte des Jahres ein, also könne man auch dann erst planen. "Wir können die Mittel mit mehr Nachdruck erhöhen, wenn wir die Antragslage kennen."

Rolf Daferner (FDP): "Es hat noch nicht angefangen und schon geht es um eine Erhöhung." Er möchte zuerst abwarten, wie die Kommunen das Angebot annehmen und in zwei Jahren weiter darüber nachdenken. SDP-Mitglied Arnulf Wein mahnte, der Kreis nehme noch nicht genug Geld in die Hand. "Bei uns werden 50 Cent pro Einwohner für den Radverkehr ausgegeben. In anderen Kreisen sind es bis zu sieben Euro."

Landrat Edgar Wolff meinte, es sei schon ein Schritt nach vorn, dass 100 000 Euro pro Jahr bereitgestellt würden. Tobias Hösch (FDP) hält die touristischen Radrouten für ein Aushängeschild des Kreises. "Wird das denn bei der Vergabe der Zuschüsse berücksichtigt?" Radverkehrs-Experte Rösch konnte dies zusichern. Falls nötig, könnten die Fördermittel ab 2013 aufgestockt werden.

Auch Förderrichtlinien für die zukünftigen Investitionen wurden im Ausschuss festgelegt. Darin wurde unter anderem geklärt, dass Kommunen nur dann unterstützt werden, wenn anderweitige Fördermittel nicht greifbar sind. Zudem will der Kreis nur ein Drittel der jeweiligen Gesamtkosten - jedoch maximal 50 000 Euro - übernehmen.

Nachdem die formalen Grundsätze geklärt waren, konnten die Kreisräte gleich entscheiden, wofür ein Teil des Geldes genutzt werden soll: Der Ausbau des Radwegs zwischen Eschenbach und Ursenwang entlang der Kreisstraße 1425 wird mit fast 28 000 Euro unterstützt. In diesem Bereich soll die "Obstroute" eingerichtet werden, weshalb die Strecke für den Kreis wichtig sei.

Zudem soll im Bereich nördlich der Schonterhöfe bei Ottenbach die Lücke zwischen Hohenstaufen und Rechberg geschlossen werden. Der Abschnitt stelle für die Stauferroute und die Dreikaiserbergroute ein zentrales Element dar. Bisher besteht der Weg aus einer Grasnarbe. Nun soll dort ein Belag aus Bitumen aufgetragen werden. Die Kosten für den Ausbau betragen rund 45 000 Euro.

Wolfgang Berge (Freie Wähler) kritisierte, dass die Hälfe des Geldes schon jetzt verplant sei. Zudem hält er die Steigung im Bereich der Schonterhöfe für gefährlich. Er stimmte anschließend gegen die Förderung. Beide Projekte erhielten trotzdem mehrheitlich den Zuspruch der Bürgervertreter.

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