Zukunft der Karlstraße wird rosig

Ein Quartier sind die Göppinger Karlstraßen erst auf den zweiten Blick. Mit dem Modellprojekt "Kooperation im Quartier" (KiQ) soll sich das grundlegend ändern. Der Auftakt stieß auf großes Interesse.

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Blick in das Gebiet der Göppinger Karlstraße. Rund 100 Immobilienbesitzer waren zur Auftaktveranstaltung des Projektes "Kooperation im Quartier" gekommen, um über eine Neugestaltung des Stadtviertels nachzudenken. Foto: Giacinto Carlucci

Verkehrsberuhigung, Straßenfeste, Studentenwohnheime, ein Steg zur Jahnstraße - die Zukunft der Karlstraßen im Göppinger Osten sieht rosig und lebendig aus. Vorausgesetzt natürlich, alle Beteiligten ziehen an einem Strang und das Modellprojekt "Kooperation im Quartier", kurz KiQ, wird konsequent umgesetzt. "Das Hauptpotential sind Sie als Eigentümer, wenn es darum geht, das Karlstraßenquartier dauerhaft fit für die Zukunft zu machen", bekräftigte Professor Dr. Alfred Ruther-Mehlis von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen am Mittwochabend im Märklinsaal der Göppinger Stadthalle bei der Auftaktveranstaltung zu KiQ. Partner sind dabei der Verein Haus und Grund, die Stadt und die Kreissparkasse, die im Zusammenwirken mit allen weiteren Beteiligten das Viertel insgesamt aufwerten wollen.

Die Chancen, dass das Projekt ein Erfolg wird, stehen nicht schlecht. Immerhin rund 100 "Karlsträßler", die dort Immobilien besitzen, waren zur Auftaktveranstaltung gekommen. Oberbürgermeister Guido Till betonte, dass das Projekt die wohl letzte Chance sei, die ehemalige Vorstadt aufzuwerten. Und versprach, dass ein neues Konzept den Verkehr deutlich reduzieren wird. In seinem Einführungsvortrag hatte Dr. Ruther-Mehlis heraus gestellt, wie wichtig es angesichts des demographischen Wandels sei, Immobilien fit für die Zukunft zu machen. Die Karlstraßen seien ein Quartier "auf den zweiten Blick mit einer sehr großen Vielfalt auf kleinem Raum". Um es dauerhaft zu entwickeln, müsse die Stadt verschiedene Anstrengungen unternehmen. Dazu gehöre unter anderem "die Gestaltung des öffentlichen Raums, eine Verkehrsberuhigung und die Vermarktung von städtischen Baulücken". Aber auch die Bewohner und Eigentümer sind gefragt, indem sie "Verantwortung für das Quartier übernehmen". "Aufwertung ist ansteckend", weiß der Leiter der Fakultät für Landschaftsarchitektur, Umwelt und Stadtplanung. Er sieht im Quartier "viele Potentiale, die erkannt sind und gemeinsam weiter entwickelt werden müssen".

Ralf Bressmer von der Kreissparkasse betonte: "Wir haben kein fertiges Konzept, sondern wollen Sie als Eigentümer mit ins Boot nehmen." Gemeinsam sollen beispielhafte, bezahlbare und alltagstaugliche Lösungen entstehen. Als Partner von KiQ werde sein Haus die Eigentümer kostenlos beraten - auch über Fördermöglichkeiten. Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und der Hochschule wollen sie zu weiteren Workshops einladen.

Bei der anschließenden Diskussion, bei der neben Jürgen Schaile, dem Vorsitzenden von Haus und Grund, auch die Stadtplanerin Eva Noller und Wolfram Hosch, der Leiter des Fachbereichs Kultur und Stadtmarketing, und Direktor Jochen Müller von der Kreissparkasse auf dem Podium vertreten waren, wurde augenscheinlich, welche ganz unterschiedlichen Aspekte für die weitere Aufwertung der Karlstraßen eine zentrale Rolle spielen. Auf jeden Fall gelte es, "bestehende Netzwerke zu nutzen", so Schaile. In der Diskussion machten die Bewohner der Karlstraßen mit Nachdruck deutlich, welche konkreten Schritte sie von der Stadt erwarten. In erster Linie müsse der Durchgangsverkehr deutlich reduziert werden.

"Gesperrt wird nichts, aber wir wollen weitere Einbahnstraßenregelungen umsetzen", so Stadtplanerin Eva Noller. Auch weitere Spielhöllen wird es nicht geben. Die bestehenden haben aber Bestandschutz. Auf entsprechende Nachfrage teilte sie an Stelle eines nicht anwesenden Vertreters der städtischen Wohnbau GmbH mit, dass "städtische Grundstücke mit einem für das Quartier passenden Konzept verkauft werden sollen". Einem Bewohner der Hinteren Karlstraße wäre "ein Zeichen von Seiten der Stadt in den kommenden Monaten wichtig. Dann nehmen auch wir gerne Geld in die Hand". Schaile zeigte sich überzeugt davon, dass das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt nicht das Ende sei. "Es wird danach sicher weiter gehen."

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