Zirkusclown erzählt aus seinem Leben

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    Familie Tony Papadopaulo vom Zirkus Carl Busch. Foto: 
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  • Die spanische Clown- und Artistenfamilie Papadopaulo bei den Hausaufgaben der Kinder in ihrem geräumigen Wohnwagen. Mama Maribel (v.l.), der zwölfjährige Yeray, sein sechsjähriger Bruder Bryan und Papa Tony. 5/5
    Die spanische Clown- und Artistenfamilie Papadopaulo bei den Hausaufgaben der Kinder in ihrem geräumigen Wohnwagen. Mama Maribel (v.l.), der zwölfjährige Yeray, sein sechsjähriger Bruder Bryan und Papa Tony. Foto: 
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In der Manege mimt Tony Papadopaulo den lustigen Clown und begeistert die Zuschauer des Zirkus Carl Busch, der noch bis Sonntag in Göppingen gastiert, mit einer komischen Trampolinnummer. Außerhalb des roten Rings lebt der 44-jährige Spanier mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einem luxuriösen amerikanischen Wohnauflieger, genießt mit seiner Familie die interessanten Städte, in die sie der Zirkustross verschlägt und kümmert sich mit seiner Frau Maribel um die Ausbildung seiner Söhne.

Maribel und Tony stammen beide aus alten, weitverzweigten Zirkusfamilien. „Meine Familie macht jetzt in der fünften Generation Zirkus“, erklärt Tony, dessen Großvater aus Griechenland stammt. Daher auch der Familienname. „Durch das ständige Reisen lernen Zirkusleute kaum ,normale’ Menschen kennen“, erläutert der August der spanischen Tony-Tonitos-Clowns. „Deshalb heiraten wir meistens untereinander.“ Seine Frau lernte er bereits mit 16 Jahren bei einem Engagement kennen. „Wir hatten auch danach weiterhin Kontakt und irgendwann haben wir dann geheiratet“, schmunzelt Tony. Mittlerweile haben sie zwei Söhne, den zwölfjährigen Yeray und den sechs Jahre alten Bryan.

Diese machen während des Gesprächs mit der NWZ Hausaufgaben am Küchentisch des großen Wohnwagens, in dem auch ein Kruzifix an der Wand hängt. Mama Maribel, die auch Sängerin ist, unterstützt sie dabei. „Die Kinder werden nach spanischen Lehrplänen unterrichtet. Sie bekommen Hausaufgaben und Unterricht übers Internet und müssen alle drei Monate ihre Prüfungen beim jeweiligen spanischen Konsulat ablegen“, erzählt Tony. „Wenn wir zuhause in unserem Haus bei Alicante sind, gehen sie dort in eine normale Schule.“ Neben der Schulbildung proben die Kinder auch schon am Trampolin. „Ganz spielerisch fangen wir an“, sagt Tony und lobt: „Mittlerweile ist Yeray schon ein richtig guter Springer.“ Ob die Kinder auch einmal Artisten werden sollen? „Natürlich wäre es schön. Meine Frau und ich sind mit diesem Leben zufrieden. Aber letztlich müssen sie das für sich selbst entscheiden“, meint der 44-Jährige. Tony selber stand bereits mit sieben Jahren das erste Mal in der Manege – am fliegenden Trapez. „Mit elf Jahren war ich der weltweit jüngste Artist, der einen dreifachen Salto Mortale gesprungen ist. Und in Spanien bin ich immer noch der einzige, dem dieses Kunststück gelungen ist“, erzählt er und ein wenig Stolz schwingt immer noch in seinen Worten mit.

Handwerk vom Vater gelernt

Das Handwerk für die Arbeit am fliegenden Trapez habe er von seinem Vater gelernt. Bis zu seinem 25. Lebensjahr blieb die aus Familienmitgliedern bestehende Artistengruppe, die eine Trapez- und eine Trampolinnummer zeigten, zusammen. „Weil die Gruppenmitglieder irgendwann alle geheiratet haben und jeder seinen Weg ging, löste sich die Truppe auf“, erinnert sich der Artist und Clown, der bis heute keinen Alkohol trinkt und nicht raucht. Da Tony auch außerhalb der Manege ein lustiger Zeitgenosse ist, war sein Weg ein Stück weit vorbestimmt. „Ich wurde Clown, hab meine Trampolinnummer aber mit einer komischen Verpackung beibehalten.“

Diese Saison ist die Familie zum ersten Mal mit dem Zirkus Carl Busch in Deutschland auf Tour, auch nächste Saison wird man dort zu sehen sein. Doch die Engagements führten die Artisten schon fast um die ganze Welt. „Wir waren schon in Nordafrika, fast in ganz Europa, Australien und Neuseeland engagiert“, erzählt Tony. Und zwar nicht nur mit dem Zirkus, sondern auch in Varietés oder Theatern.

Wo macht die Arbeit mehr Spaß? Im Zirkus oder an einem festen Standort? „Das ist immer unterschiedlich“, meint Papadopaulo. „Mit dem Zirkus kommt man viel rum, lernt viele verschiedene Sprachen und Städte kennen. Aber es kann auch mal schön sein, vier Monate an einem Ort zu sein“, verrät der Spanier. „Allein schon wegen dem Wetter.“ Apropos Wetter. Das mag die spanische Clown- und Artistenfamilie derzeit nicht sonderlich. „Wir haben es lieber warm und viel Sonne“, meint Tony zum Abschluss der Gesprächs und lacht.

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