Zimmerschlacht der Gewaltlosen

Yasmina Rezas Komödie "Der Gott des Gemetzels" wurde vor kurzem von Roman Polanski verfilmt. Jetzt ist das Stück in Göppingen zu sehen.

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Die Beziehungskomödie "Der Gott des Gemetzels" ist am Mittwoch, 18. Januar, ab 20 Uhr im Rahmen des städtischen Theaterprogramms in der Stadthalle Göppingen zu sehen. Für seine Inszenierung wurde das Eurostudio Landgraf für den Inthega-Preis 2009 nominiert. In den Hauptrollen spielen Jacqueline Macaulay, Matthias Fuhrmeister, Anna Stieblich und Adnan Maral. Stieblich und Maral sind bekannt durch die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Fernsehserie "Türkisch für Anfänger", wo sie das deutsch-türkische Ehepaar Öztürk-Schneider spielten.

Eigentlich ist in Yasmina Rezas Stück das Schlimmste schon geschehen: Zwei elfjährige Jungen haben sich geprügelt, der eine hat mit dem Stock zugeschlagen, der andere zwei Schneidezähne verloren. So treffen sich die Elternpaare Alain und Annette mit Veronique und Michel bei Kaffee und Kuchen, um in aller Ruhe zu beraten, wie man pädagogisch sinnvoll auf Ferdinand (den Zähne zertrümmernden Täter) und Bruno (das Opfer) einwirken kann, und um das Schriftstück zur Schadensregulierung für die Versicherung aufzusetzen.

Das eine Ehepaar gibt sich schuldbewusst, das andere gibt zu verstehen, dass es eine friedvolle Übereinkunft möchte und zur Vergebung bereit ist. Beste Voraussetzungen also für eine schnelle Übereinkunft. Doch schon bei der Formulierung entzündet sich der erste Konflikt. Es ergeben sich überraschende Fronten und Koalitionen, bei denen - dem anfänglichen Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit zum Trotz - das eigentliche Ziel des Treffens restlos aus den Augen verloren wird: Aus dem geplanten Friedensgipfel wird - als Leckerbissen für vier Schauspieler und fürs Publikum - eine handfeste Zimmerschlacht. Mit diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt Yasmina Reza die moderne bürgerliche Gesellschaft auf.

Yasmina Reza wurde 1957 in Paris als Tochter einer ungarischen Geigerin und eines iranischen Ingenieurs geboren. Sie studierte Soziologie und Theaterwissenschaften in Paris, war Schauspielerin und Musikerin. Für ihre Stücke wurde sie mit dem "Prix Moliere", dem Tony Award und dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet. Rezas Theaterstücke wurden in über 30 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt. Ihre Komödie "Drei Mal Leben" war 2003 ebenfalls in der Stadthalle Göppingen zu sehen.

Info Karten gibt es beim i-Punkt im Rathaus, Telefon: (07161) 650-293, und an der Abendkasse. Ab 19.30 Uhr führt Adnan Maral, einer der Hauptdarsteller des Stücks, in die Inszenierung des Eurostudio Landgraf ein.

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