Ecstasy-Pillen: Zeuge verrät die Hintermänner

Mit 1000 Ecstasy-Pillen erwischt: Göppinger muss sich vor dem Landgericht Ulm verantworten.

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Rund 1000 Ecstasy-Pillen, andere Drogen sowie eine Schreckschusswaffe hatte ein 24-Jähriger im Januar 2016 in einem Göppinger Hotelzimmer versteckt. Pech für ihn: Die Polizei bekam davon Wind, durchsuchte das Zimmer und nahm den Mann fest. Vor dem Ulmer Landgericht begann nun der Prozess gegen den Göppinger.

Ein wichtiger Belastungszeuge hatte morgens dem Gericht per E-Mail mitgeteilt, dass er sich auf einer dreimonatigen Geschäftsreise befinde. Nach einem Telefongespräch mit seinem Arbeitgeber stellte sich allerdings heraus, dass das gelogen war. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter bestand darauf, dass der 22-Jährige erscheint und ließ ihn deshalb von der Polizei vorführen. Wenige Tage vor der Verhaftung des 24-jährigen Angeklagten war der Zeuge in München mit 110 Ecstasy-Tabletten vor einem Club festgenommen worden. Er hatte sie verkaufen wollen und kassierte dafür später eine Geldstrafe. Bei seiner Vernehmung gab er damals an, die Drogen vom Angeklagten gekauft zu haben. Dies führte die Ermittler auf die Spur des Göppingers. Vor dem Landgericht wollte der 22-jährige davon nun aber nichts mehr wissen, er zog seine Aussage zurück.

Anfangs unwillig, antwortete der junge Mann einsilbig auf Fragen und nuschelte unverständlich vor sich hin. Mehrmals wurde er von Tresenreiter ermahnt, deutlicher zu sprechen. Schließlich gab er an, er habe die Tabletten nicht vom Angeklagten, sondern von gemeinsamen Bekannten erworben. Diese hätten sie dem Göppinger aus dessen Drogenkoffer gestohlen und daraufhin günstig verkauft. Die Identitäten der vermeintlichen Verkäufer des gestohlenen Ecstasys konnten schließlich geklärt werden, der Zeuge gab die Namen der Männer preis. Die mutmaßlichen Drogenhändler werden am nächsten Verhandlungstag vorgeladen. Auch der Angeklagte bestätigte die Aussage seines Bekannten. Er räumte zwar ein, den Verkauf der Pillen geplant zu haben, versicherte aber, bis zu seiner Festnahme selbst keinen Handel betrieben zu haben.

Wo er die Drogen ursprünglich her hatte, dazu wollte er sich nicht äußern. Die Schreckschusswaffe habe er für Silvester „ganz legal in Stuttgart gekauft“, versicherte der Mann. „Ich habe sie nie gegen Menschen richten wollen.“ Bei seiner Festnahme habe er sofort auf die Waffe hingewiesen, berichtete ein als Zeuge geladener  Polizeibeamter aus Eislingen. „In Zukunft will ich keine Straftaten mehr begehen. Ich will eine Ausbildung machen“, sagte der 24-Jährige, der bisher noch nie selbst Geld verdient hat. Er lebt vom Erbe seines Vaters.

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